Spatenstich: Die Alterswohnungen in Bichelsee sollen 2020 bezugsbereit sein

Für 8,5 Millionen Franken baut die Genossenschaft Wohnen im Alter Hinterthurgau altersgerechte Wohnungen in Bichelsee. Nach jahrelanger Planung ist am Freitag der Spatenstich erfolgt.

Christoph Heer
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Beim Spatenstich: Bruno und Reto Huldi (Baumeister), Susanna Lautenschlager (Verwaltung), Norbert Traxler (ehemaliger Genossenschaftspräsident), Paul Widmer (Genossenschaftspräsident), Matthias Romer (Projektleiter) und Peter Büchi (Bauherrenberater). (Bild: Christoph Heer)

Beim Spatenstich: Bruno und Reto Huldi (Baumeister), Susanna Lautenschlager (Verwaltung), Norbert Traxler (ehemaliger Genossenschaftspräsident), Paul Widmer (Genossenschaftspräsident), Matthias Romer (Projektleiter) und Peter Büchi (Bauherrenberater). (Bild: Christoph Heer)

Einige Hochs und Tiefs habe man überstanden, sagt Paul Widmer, Präsident der Genossenschaft Wohnen im Alter Hinterthurgau. Etwa Mitte 2016, als das Bauprojekt kurz vor dem Aus stand. «Doch unsere Stimmbürger haben uns nicht im Stich gelassen und genehmigten ein Darlehen von einer Million Franken.»

Er sei selten so nervös gewesen bei einer Abstimmung, sagt Widmer. «Dass alles gut gekommen ist, freut mich jetzt umso mehr.» Der Genossenschaftspräsident lässt seiner Freude am verregneten Spatenstich freien Lauf. «Endlich. Die lange Planungsphase kann nun abgeschlossen werden.»

Dank an Unterstützer

Widmer weiss, bei wem er sich zusätzlich bedanken muss. «Jedem einzelnen Stimmbürger, jedem, der bisweilen rund 150 Genossenschaftern, der Age-Stiftung Zürich für den finanziellen Zustupf und noch vielen weiteren, die dem Projekt wohlgesinnt gegenüberstehen.»

Mit diesem Bauprojekt wird für die Zukunft geplant. Im Neubau werden 17 altersgerechte Wohnungen – elf Zweieinhalb- und sechs Dreieinhalb-Zimmerwohnungen – entstehen. Zwar ohne Pflegezimmer, dafür mit eigener Küche, separatem Balkon, Waschautomaten, Tumbler, Tiefgarage und Kellerabteil. Weiter werden spezifische Dienstleistungen angeboten. Vorgesehen ist eine hausinterne Anlaufstelle für die Bewohner, die bei Anliegen weiterhilft.

Ein wichtiger Bereich ist die Förderung der Hilfe durch Nachbarn und Freiwilligen. Paul Widmer weist darauf hin, dass auch die ganze Gemeinde von dem Neubau profitieren wird:

«Das öffentliche Bistro mit Aussensitzplätzen lädt zum Verweilen ein und der Gemeinschaftsraum wird der Öffentlichkeit ebenso zur Verfügung stehen.»

Dass es jetzt so richtig losgehe, freue ihn ungemein, sagt Widmer. «Es ist wichtig, unseren älteren Mitbürgern eine reelle Chance zu geben, möglichst lange in der vertrauten Umgebung wohnen zu können.»

Mit der Gründung der Genossenschaft Wohnen im Alter Hinterthurgau, Anfang 2013, wurde der Grundstein für die Realisierung von altersgerechten Wohnungen gelegt. Der Auslöser hierfür war damals die Erbschaft von Ludwig Schwager. Dadurch erhielt die Gemeinde Bichelsee-Balterswil 2009 unverhofft rund drei Millionen Franken.

Zwei Millionen aus dieser Erbschaft haben die Stimmbürger dem Bauprojekt zugesprochen. Im September 2017 genehmigte der Souverän an der Urne zudem ein zinsloses Darlehen von einer Million Franken zu Gunsten der Genossenschaft.

Budget wird eingehalten

Aktuell sind erste Unternehmen mit Arbeiten beauftragt worden. Die Detailplanungen sind abgeschlossen und die Baukosten von 8,5 Millionen Franken werden genaustens eingehalten. Die rollstuhltauglichen Wohnungen an der Hauptstrasse 1 sollten in rund eineinhalb Jahren, im Herbst 2020, bezugsbereit sein.

Die Gemeinde wird also eine weitere positiv in Erscheinung tretende Institution reicher. Gesundes Wachstum generieren die Neuzuzüger und Neugeborenen, während es den älteren Mitmenschen bald möglich sein wird, länger «zu Hause» zu bleiben.

BICHELSEE: Die letzte Million

Am Sonntag kommt ein zinsloses Darlehen für Wohnen im Alter an die Urne. Für den weiteren Verlauf des Projekts ist diese Abstimmung entscheidend.
Roman Scherrer

Deutliches Ja zu «Wohnen im Alter»

BICHELSEE-BALTERSWIL. Die Stimmberechtigten von Bichelsee-Balterswil unterstützen mit grosser Mehrheit ein geplantes Alterszentrum für betreutes Wohnen und Pflege mit zwei Millionen Franken. Der zweite Vorschlag «Schwager-Fonds» zur Nutzung des Erbes von Ludwig Schwager blieb an der Urne chancenlos.
Mario Testa