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Kommentar

Das Wohlergehen der Frauen darf etwas kosten

Bei der Sexualpädagogik im Thurgau wird gespart. Insbesondere Mädchen müssen daher darauf hoffen, dass ihre Lehrkraft auch über Sex Klartext reden kann – oder dass die Schule tiefer in die Tasche greift und professionelle Hilfe holt.
Larissa Flammer
Larissa Flammer, Redaktorin Thurgauer Zeitung, Ressort Kanton Thurgau. (Bild: Reto Martin)

Larissa Flammer, Redaktorin Thurgauer Zeitung, Ressort Kanton Thurgau. (Bild: Reto Martin)

Sexualpädagogik kommt Mädchen und Jungs gleichermassen zugute. Trotzdem kann nicht bestritten werden, dass ohne sie primär Frauen die Leidtragenden sind: Denn durch mangelnde Aufklärung – unter anderem über die eigenen Rechte – kommt es zu mehr sexuellen Übergriffen.

Obwohl auch das Elternhaus nicht aus der Verantwortung genommen werden darf, sind vor allem Schulen für die Sexualaufklärung zuständig. Weil nicht alle Lehrer gleich gut über das Thema sprechen können, ist professionelle Unterstützung unbedingt notwendig. Doch genau dafür will der Kanton Thurgau künftig nichts mehr zahlen.

Mädchen müssen also darauf hoffen, dass ihr Lehrer oder ihre Lehrerin auch über das Thema Sex Klartext reden kann und sich nicht von pubertierenden Teenagern einschüchtern lässt. Oder dass die Schule tiefer in die Tasche greift und professionelle Hilfe holt.

Die Sexualpädagogik ist im Thurgau nicht das einzige Angebot, das vor allem Frauen zugute kommt und bei dem gespart wird: Die Infostelle Frau und Arbeit in Weinfelden erhält ab nächstem Jahr keine Subventionen mehr vom Bund. Dabei beraten die Expertinnen Jahr für Jahr mehr Frauen und benötigen eigentlich mehr Ressourcen anstatt weniger. Sie sind nun auf der Suche nach Gönnern, um nicht plötzlich für eine Frau keine Zeit zu haben, die wegen ihres Geschlechts vor Schwierigkeiten steht.

Im Fall der Infostelle ist es nicht der Kanton, der den Geldhahn zudreht. Im Gegenteil: Er hat seinen finanziellen Beitrag sogar erhöht. Doch genug, um der Nachfrage auch ohne Gönner entsprechen zu können, ist es trotz allem nicht. Auch hier wiegt wohl der Spardruck schwerer.

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