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Thur mancherorts knapp 28 Grad warm: Abfischen ist aber nicht immer eine Option

Der Regen von Mittwoch hat den Fischen im Thurgau nicht viel geholfen, das Wasser ist immer noch zu warm. Doch sie zu versetzen, ist kein Patentrezept. Die Kantonspolizei ist derweil froh, dass sich fast alle an das Feuerverbot halten.
Larissa Flammer
Fische in warmen Wassertümpeln. (Bild: Mario Testa)

Fische in warmen Wassertümpeln. (Bild: Mario Testa)

«Für die Fische wird es definitiv zu heiss», teilt der Thurgauer Fischereiverband mit. Bereits Wassertemperaturen ab 23 Grad sind für die meisten einheimischen Arten kritisch, 25 Grad – vor allem über längere Zeitspannen – bedeuten für Äschen und Forellen oft das Todesurteil. Am Mittwochnachmittag wies die Thur an der Messstation Halden 27,9 Grad auf.

Der Anblick der leidenden Fische und der tiefen Wasserstände ist für Tierliebhaber nicht leicht zu ertragen. Über die Medien wurde Fischern und Bachbewirtschaftern diese Woche vorgeworfen, sie seien «fuuli Sieche» und Tierquäler. Dies, weil sie sich weigerten, die Bäche abzufischen. Dagegen wehren sich der Thurgauer Fischereiverband und die angeschlossenen Fischer vehement, wie es in der Mitteilung heisst.

Tödliche Krebspest könnte verbreitet werden

Das Abfischen sei nicht immer die richtige Lösung. Bachfische lassen sich nicht in Weiher oder Seen umsetzten, da sie als willkommene Nahrung von Hechten und anderen Fischen enden würden. Thur und Sitter sind aktuell bereits so aufgeheizt, dass sie für Fische aus den kühleren Bächen zu warm sind. Eine Umsiedlung würde mit grosser Wahrscheinlichkeit ihren Tod bedeuten. Aus genetischen Gründen dürfen Fische zudem nur in ihrem engen Einzugsgebiet umgesetzt werden. Auch ist das Verschleppen von Krankheiten durch solche Umsetzaktionen nicht von der Hand zu weisen. Vor allem die absolut tödliche Krebspest wird so verbreitet.

Wer den Fischen helfen will, soll gemäss Fischereiverband auf gar keinen Fall Wasser aus Oberflächen-Gewässern entnehmen. Badende sollen Kaltwasserzonen meiden, auch auf übermässigen Schiffsverkehr soll verzichtet werden, da dieser die eingeschränkten Lebensräume unnötig aufwühle. Wer ein Fischsterben feststellt, soll sofort die Behörden informieren.

Das Gewitter von Mittwoch hat nicht viel geholfen

Der Hitzesommer macht gemäss Fischereiverband deutlich, wie wichtig durch Renaturierungen geschaffene natürliche Lebensräume sind. Beschattung und Tiefwasserstellen als Rückzugsorte werden immer wichtiger. Neben der Sonneneinstrahlung sei auch entscheidend, wie mit Abwärme aus Abwasser und Industrieanlagen umgegangen wird. «Und überhaupt: Das Klima schlägt zurück, weil wir zu wenig achtsam mit der Natur umgehen und nach wie vor zu viele fossile Brennstoffe zulassen», schreibt der Verband.

Das Gewitter und der Regen am Mittwoch haben den Fischen nicht viel geholfen. Christoph Maurer, Präsident des Thurgauer Fischereiverbands, sagt: «Der Wasserstand geht genauso schnell wieder zurück, wie er gestiegen ist. Auch die Wassertemperatur ist schon wieder weit über 20 Grad.»

Die Stadt Diessenhofen hat ein Erholungsgebiet für Fische aus dem Rhein gebaut. (Bild: Andrea Stalder)

Die Stadt Diessenhofen hat ein Erholungsgebiet für Fische aus dem Rhein gebaut. (Bild: Andrea Stalder)

Entlang des Rheins wurden vergangene Woche für Äschen Kaltwasserzonen geschaffen. Eine davon befindet sich am Bootshafen in Diessenhofen. Stadtschreiber Armin Jungi sagt: «Es hat Fische drin, jedoch nicht so viele Äschen.» Von diesen gebe es gar nicht mehr so viele. Die Kaltwasserzone wird vom kühlen Geisslibach gespiesen. Ausserdem wird das Wasser dort für mehr Sauerstoff aufgewirbelt. Jungi sagt: «Das Wasser hat dort noch unter 20 Grad.»

Elf Anzeigen und neun Brände

Der Regen am Mittwoch hat auch die Situation bezüglich Trockenheit nicht merklich entspannt. «Auch wenn der Nationalfeiertag vorbei ist, gilt das Feuerverbot weiterhin, ebenso wie das Wasserentnahmeverbot für Oberflächengewässer», teilt die Kantonspolizei Thurgau mit.

Der 1. August ging ohne grössere Zwischenfälle über die Bühne. Das Feuer- und Feuerwerkverbot sei grossmehrheitlich eingehalten worden. Trotzdem haben Patrouillen der Kantonspolizei bis gestern morgen elf Personen zur Anzeige gebracht. Diese hatten trotz des Verbots Feuer entfacht oder Feuerwerk gezündet.

Dass es im Moment nicht viel für eine brenzlige Situation braucht, zeigen die neun Brände, die in den vergangenen Tagen im Thurgau gelöscht werden mussten. Die Polizei teilt mit: «Bisher sind glücklicherweise alle Einsätze vergleichsweise glimpflich ausgegangen.»

Die Fachleute des Kantons Thurgau behalten die Situation weiterhin genau im Auge und werden das Verbot aufheben, sobald es möglich und verantwortbar ist.

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