«Das war nur eine Übergabe auf dem Papier» - Märstetter Gemeindepräsidentin schlägt zurück

Susanne Vaccari-Ruch erzählt, wie sie selbst die Amtsübergabe von Vorgänger Jürg Schumacher erlebte.

Sabrina Bächi
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Die Märstetter Gemeindepräsidentin Susanne Vaccari-Ruch in ihrem aufgeräumten Büro.

Die Märstetter Gemeindepräsidentin Susanne Vaccari-Ruch in ihrem aufgeräumten Büro. 

Reto Martin

Von einer Amtsübergabe haben Susanne Vaccari-Ruch und Jürg Schumacher scheinbar unterschiedliche Vorstellungen. «Dass es eine Amtsübergabe mit Protokoll gab, habe ich nie bestritten», sagt Vaccari-Ruch auf Anfrage. Aber: «Wenn die Nachfolgerin nicht alle Akten geordnet erhält und Wochen später immer noch laufende Akten irgendwo findet, ist das auf dem Papier zwar eine Amtsübergabe, aber keine wirkliche.»

Ebenso gegen eine ordentliche Amtsübergabe spreche, dass sie nicht alle EDV-Zugänge erhalten habe. Weiter sagt sie, dass nicht alle Pendenzen auf der ihr überreichten Liste notiert waren. «Ich wurde später von Pendenzen überrascht.» Ebenso eine böse Überraschung erlebte sie mit Terminen. Auch diese seien ihr nicht vollumfänglich mitgeteilt worden.

Service am Bürger steht über Befindlichkeiten

Bezüglich der Differenzen mit Jürg Schumacher und der fehlenden Einarbeitung äussert sich Vaccari-Ruch folgendermassen: «Die Bürger dürfen eine optimale Stabübergabe mittels Einarbeitung erwarten. Das Gemeinwohl ist wichtiger als persönliche Befindlichkeiten.» Es sei nicht haltbar, dass Schumacher sie nicht richtig eingearbeitet habe, nur weil sie ihm nicht passe. Darunter leide schliesslich der Service am Bürger, hält sie fest.

Weiter äussert sich Vaccari-Ruch zu den Vorwürfen, sie hätte gegen Jürg Schumacher gearbeitet. Genau das Gegenteil sei der Fall gewesen. Sie hätte sein Verhalten so empfunden, als wolle er sie aus dem Amt drängen, welches sie damals noch gar nicht innehatte. Schlechte Startbedingungen, wie Vaccari-Ruch sie vorgefunden habe, würden am Ende auf Kosten der Einwohnerinnen und Einwohner gehen.

«Es ist zudem gegen den Willen der Wählermehrheit, die mich vor einem Jahr zur Gemeindepräsidentin gewählt hat.»

Eine konstruktive Zusammenarbeit hätte deshalb möglich sein müssen. «Persönlich habe ich keine Probleme mit meinem Vorgänger, ich setze mich lediglich für eine saubere, effiziente und gleichbehandelnde Arbeit zum Wohle der Einwohner ein.»

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