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«Das war ein abgekartetes Spiel»: Wohnheime der Thurgauer Starpsychologin Monika Egli-Alge sind Konkurs – Schlammschlacht geht weiter

Seit Dienstagmorgen sind die beiden Phoenix-Wohnheime der bekannten Thurgauer Psychologin Monika Egli-Alge Konkurs. Sie hat gegen ihre pädagogische Leiterin Strafanzeige erstattet.
Sabrina Bächi
Die Wohngemeinschaft Phoenix in Weinfelden ist von Monika Egli-Alge gegründet worden. Die GmbH ist nun Konkurs. Ein Verein will das Wohnheim weiterführen. (Bild: Andrea Stalder)

Die Wohngemeinschaft Phoenix in Weinfelden ist von Monika Egli-Alge gegründet worden. Die GmbH ist nun Konkurs. Ein Verein will das Wohnheim weiterführen. (Bild: Andrea Stalder)

Das Ende ist definitiv, der Konkurs eröffnet. Das hat Pascal Schmid, Präsident des Bezirksgerichts Weinfelden, am Dienstagmorgen auf Anfrage bestätigt: «Um 9.45 Uhr wurde der Konkurs über die Phoenix Wohnen GmbH eröffnet.» Monika Egli-Alges Phoenix Wohnen GmbH, deren Gründerin und Geschäftsführerin sie war, ist damit Geschichte.

Die Auseinandersetzung zwischen Egli-Alge und Jacqueline Romann, der pädagogischen Leiterin der Wohnheime, geht jedoch in eine neue Runde.

Egli-Alge hat gegen Romann Strafanzeige unter anderem wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung erstattet. Ausserdem wurden die Mitarbeiter der Wohnheime für schwer erziehbare Jugendliche per sofort freigestellt.

«Von langer Hand geplant»

Das ist bereits die zweite Strafanzeige in diesem Fall. Ende Februar haben drei Mitarbeiterinnen der Heime ihrerseits Egli-Alge wegen Verschleppung der Insolvenz und Betrug angezeigt.

Monika Egli-Alge, Gründerin der Phoenix Wohnen GmbH

Monika Egli-Alge, Gründerin der Phoenix Wohnen GmbH

Sie sind der Überzeugung, die Pädophilen-Expertin sei schuld an der prekären finanziellen Situation der Heime. Diese Vorwürfe will Egli-Alge nicht auf sich sitzen lassen. In einer Medienmitteilung schreibt sie:

«Da waren Machenschaften hinter meinem Rücken in Gang.»

Die Exponenten hätten ein doppeltes Spiel gespielt. In den vergangenen Tagen habe sie Ordner und Unterlagen gesichtet und alle nötigen Informationen zusammengetragen. Die Mitarbeiter hätten den Konkurs der Wohnheime absichtlich herbeigeführt:

«Ich kann beweisen, dass es ein abgekartetes Spiel war, von langer Hand geplant, um den Konkurs der Phoenix Wohnen GmbH zu provozieren.»

Massiv rufschädigende Kampagne

Egli-Alge wirft Romann vor, sie habe gegenüber den kantonalen Behörden gelogen, um sie, Egli-Alge, in Misskredit zu bringen. Auf den angeblich leeren Konten der Wohnheime habe es immer Geld gehabt: «Die Bankauszüge belegen es». Romann habe zudem Mitarbeiter eingestellt, obwohl Egli-Alge ein Einstellungsverbot erteilt hatte.

Alles in allem ist sich Egli-Alge sicher: «Ich kann alle Behauptungen nachweislich entkräften. Ich habe niemals Phoenix-Mittel zweckentfremdet.» Die Psychologin ist ernüchtert. Sie spricht von einer Kampagne gegen sich, die massiv rufschädigend war. «Die Mitarbeiter haben die Medien instrumentalisiert. Das ist übel.»

Drohungen gegen Egli-Alge

Die Mitarbeiter haben einen Verein gegründet, der die Wohnheime nach dem Konkurs weiterführen will. Dieser Verein habe nie eine gemeinsame Lösung angestrebt, sagt Egli-Alge.

Jacqueline Romann, pädagogische Leiterin der Phoenix Wohnheime. (Bild: PD)

Jacqueline Romann, pädagogische Leiterin der Phoenix Wohnheime. (Bild: PD)

Die Mitarbeitenden hätten ihr sogar gedroht: Entweder sie melde Konkurs an, oder ihr Ruf werde geschädigt. Diese Ausgangslage für den Verein und vor allem die Jugendlichen hält Monika Egli-Alge für schlecht.

«Der Abschied ist unversöhnlich»

Die pädagogische Leiterin der beiden Phoenix Wohnheime in Weinfelden und Müllheim, Jacqueline Romann, hat den Konkursantrag gestellt. Dabei ging es um eine Summe von 16'900 Franken.

Waren Sie bei der Konkurseröffnung?
Jacqueline Romann: Ja, ich war vor Ort, als der Richter uns darüber informierte, dass das geforderte Geld, welches mein Dezember- und mein 13. Monatslohn ist, nicht eingegangen ist.

Was passiert nun mit den beiden Wohnheimen?
Der neu gegründete Verein kommt nun zum Zug. Wir können in Weinfelden den Mietvertrag ab heute übernehmen, das hat uns der Vermieter bereits zugesichert. Die Jugendlichen können hier bleiben. Ab heute übernimmt der Verein die Lohnzahlungen.

Sind Sie zufrieden mit der Entscheidung von Frau Egli-Alge?
Es ist ihr wahrscheinlich nichts anderes übrig geblieben, als den Konkurs anzumelden. Aber der Abschied und auch ihre Medienmitteilung sind alles andere als versöhnlich, das bedaure ich persönlich sehr. Der Vorteil ist, dass der Verein nun übernehmen kann, der Betrieb weiterläuft und die Jugendlichen in ihren Wohngruppen bleiben können. Zudem fallen nun keine Arbeitslosenkosten für den Steuerzahler an.

Die Website funktioniert nicht mehr, weshalb?
Vermutlich wegen des Konkurses wurde die Website eingestellt. Unsere Handys und der Server wurden abgestellt. Das ist etwas mühsam, weil wir für die Behörden nur schwer erreichbar sind.

Wie ist Ihre Gefühlslage?
Ich bin sehr erleichtert und freue mich auf das, was kommt. Ich bin mir aber auch bewusst, dass es anspruchsvoll wird in der kommenden Zeit. Es dauert sicher eine Weile, bis alle wieder Vertrauen gefasst haben, aber ich bin zuversichtlich. (sba)

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