Glosse

Das wäre ein historischer Sirnacher Unfall

Südsicht über illegale Hinterthurgauer Fasnachtsszenarien.

Roman Scherrer
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Brennender Füürlizapfen auf dem Q20-Parkplatz: Wieso den Anlass nicht spontan ins Sirnacher Dorfzentrum verlegen?

Brennender Füürlizapfen auf dem Q20-Parkplatz: Wieso den Anlass nicht spontan ins Sirnacher Dorfzentrum verlegen?

(Bild: Roman Scherrer)

Fertig Fasnacht. An kaum einem anderen Ort in der Region wird das Ende der närrischen Zeit so schön zelebriert wie in Sirnach. Nämlich mit der Verbrennung des Füürlizapfens. Für Auswärtige: Nein, das ist kein brutales oder perverses Ritual. Der Füürlizapfen ist quasi der Böögg der Sirnacher Fasnacht.

Roman Scherrer

Roman Scherrer

Jahr für Jahr basteln die Fasnächtler während vieler Stunden eine gut brennbare Figur. Heuer hiess das Motto «Superhelden», drum hat’s einen Iron-Man-Kopf gegeben. Gewiss, der Füürlizapfen hat hübsch ausgesehen. Aber lohnt sich der Aufwand wirklich, liebe Fasnächtler? Brennbares steht nämlich im Sirnacher Zentrum bereit, ihr fährt jedes Jahr mit dem Umzug daran vorbei.

Die «Brückenwaage» ist historisch, klar. Manche sähen das Gebäude gerne saniert, sicher. Aber will jemand dafür Steuern zahlen? Eben. Abbrechen darf die Gemeinde nicht. Deshalb, liebe Fasnächtler, lauft doch nächstes Jahr mit den Füürbäse ganz nahe an der «Brückenwaage» vorbei. Oder verlegt die Füürlizapfenverbrennung spontan ins Dorfzentrum. Dann wär’s ein Unfall.

Zugegeben, es wäre ein illegales Spiel mit dem Feuer. Ein unverdächtiges und doch passendes Motto dafür zu finden, dürfte auch schwierig werden. Also lassen wir die «Brückenwaage» besser noch etwas verlottern. Irgendwann reicht dann ein Schuss mit der Konfettikanone.