«Das Virus kommt immer näher, wir wollen vorbereitet sein»: Thurgau wappnet sich und setzt Fachstab Corona-Virus ein

Experten des Kantons Thurgau kommen wegen des Virus aus China häufiger zusammen. Auch Verdachtsfälle gab es bereits.

Sebastian Keller
Drucken
Teilen
In Peking tragen Scooter-Fahrer Schutzmasken.

In Peking tragen Scooter-Fahrer Schutzmasken.

Bild: Roman Pilipey/EPA

Der Kanton hat einen Fachstab Corona-Virus ins Leben gerufen. Das sagt Regierungsrätin Cornelia Komposch im Gespräch mit dieser Zeitung. In diesem Gremium laufen die Fäden im Zusammenhang mit der neuen Viruserkrankung zusammen, die vermutlich in der chinesischen Stadt Wuhan ihren Ursprung hat.

Cornelia Komposch, Regierungsrätin des Kantons Thurgau.

Cornelia Komposch, Regierungsrätin des Kantons Thurgau. 

(Bild: Andrea Stalder)

«Das Virus kommt immer näher, wir wollen vorbereitet sein», sagt die Thurgauer Justiz- und Sicherheitsdirektorin. Wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf seiner Website schreibt, wurde in der Schweiz zwar bislang in keiner der untersuchten Proben das neue Corona-Virus nachgewiesen. Verdachtsfälle gab es aber – in der Schweiz wie im Thurgau. «Sie wurden aber nicht bestätigt», sagt Regierungsrätin Komposch. Anders in den Nachbarländern Deutschland, Frankreich und Italien. Der Thurgau grenzt an die Bundesrepublik. Komposch betont:

«Angst wollen wir auf keinen Fall verbreiten, aber wir wollen bereit sein.»

Weltweit sind mehr als 71'000 Ansteckungen mit dem neuen Corona-Virus gemeldet, wie es auf der BAG-Website heisst. Davon starben 1775 Menschen. Das BAG schliesst nicht aus, dass auch in der Schweiz Fälle auftreten werden.

Auf einem Faktenblatt, welches der kantonsärztliche Dienst auf seiner Website veröffentlicht hat, heisst es: Das Risiko einer Infektion für eine im Kanton Thurgau lebende Person, die nicht nach China gereist ist, sei «sehr klein».

Fachstab ist interdisziplinär zusammengesetzt

Die administrative Leitung des Thurgauer Fachstabes obliegt dem Amt für Bevölkerungsschutz und Armee. Es handelt sich um ein interdisziplinär zusammengesetztes Ad-hoc-Gremium. So nehmen etwa die Kantonspolizei Thurgau, das Amt für Gesundheit mit Kantonsärztin Agnes Burkhalter und Amtsleiterin Karin Frischknecht, das Migrationsamt sowie weitere Stellen Einsitz. «Es findet auch ein intensiver Austausch mit dem Bundesamt für Gesundheit statt», sagt Cornelia Komposch.

In Taschentuch niesen

Empfehlungen gibt es laut einem Faktenblatt des Thurgauer kantonsärztlichen Dienstes «im gegenwärtigen Kontext» nicht. Es sei jedoch nützlich, sich täglich an die grundlegenden Hygienemassnahmen zu erinnern. Dazu zählt etwa das regelmässige Händewaschen mit Wasser und Seife. Weiter wird empfohlen, in ein Taschentuch zu husten und zu niesen. Danach sei das Taschentuch im Mülleimer zu entsorgen. Falls kein Taschentuch zur Hand ist, soll in die Armbeuge geniest und gehustet werden. Von Reisen in die Volksrepublik China wird ferner abgeraten.

Der Thurgau brachte in jüngster Vergangenheit auch aus anderen Gründen Fachleute zusammen. So beispielsweise wegen der Trockenheit in den Jahren 2018 und 2019. In diesem kamen Fachleute zusammen und beobachteten die Entwicklung. Im vergangenen traf er sich offiziell fünfmal; im Jahr 2018 gar 15-mal. Damals beschloss die Regierung aufgrund einer Empfehlung des Stabes ein Feuerverbot um den Nationalfeiertag. Ebenso galt 2018 während fast fünf Monaten ein Wasserentnahmeverbot in gewissen Gewässern.

www.bag.admin.ch, Infoline des Bundes für die Bevölkerung: 0584630000.