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Das Thurgauer Schulzeugnis bewegt die Politik

Die kritischen Stimmen zu den Änderungen im Volksschulzeugnis sind nicht verstummt. Dem Regierungsrat ist es mit seiner Antwort auch nicht gelungen, die Urheber einer Interpellation zu überzeugen.
Larissa Flammer
Ein Zeugnis der Volksschule Thurgau. (Bild: Reto Martin)

Ein Zeugnis der Volksschule Thurgau. (Bild: Reto Martin)

Die Thurgauer Regierung verteidigt Sammelnoten im Schulzeugnis. Seit Sommer 2017 und damit seit der Einführung des neuen Lehrplans können Sekundarlehrer im Thurgau selber entscheiden, ob sie ihren Schülern in Physik, Chemie und Biologie einzelne Noten geben wollen oder nicht.

Der Lehrplan Volksschule Thurgau und das dort geforderte fächerübergreifende Lernen habe dazu geführt, dass Sammelnoten neu eine Option sind. Das schreibt der Regierungsrat in seiner Antwort auf die Interpellation «Thurgauer Schulzeugnisse 2017/2018 – aussagekräftig und vergleichbar?».

Die Änderungen sind noch nicht definitiv

Urs Schrepfer, SVP-Kantonsrat. (Bild: Reto Martin)

Urs Schrepfer, SVP-Kantonsrat. (Bild: Reto Martin)

Das Thema bewegt die Gemüter. Die sechs Kantonsräte, die den Vorstoss vor einem Jahr eingereicht haben, wollten wissen, warum Gesamtnoten möglich und warum die Zeugnisse nicht einheitlich sind. Erstunterzeichner Urs Schrepfer (SVP, Busswil), ist mit der Haltung der Regierung nicht zufrieden:

«Sie drückt sich vor einem Entscheid.»

In ihrer Antwort verweist die Regierung auf einen Schulversuch, der noch bis im Januar läuft, und auf einen Dialog mit den betroffenen Parteien zu den bisherigen Erfahrungen mit den neuen Zeugnissen. Im Juni 2019 erhält der Regierungsrat einen Bericht mit den Ergebnissen. Nach allfälligen Anpassungen soll es eine zweite Vernehmlassung geben, frühestens per 1. August 2021 treten die definitive Beurteilungsgrundlagen in Kraft.

Diskussion im Grossen Rat ist wichtig

Vom Dialog und der Vernehmlassung erwartet Kantonsrat Schrepfer nicht viel, da die verschiedenen Anspruchsgruppen bei den Sammelnoten geteilter Meinung seien. «Ich erwarte, dass der Kanton einen Entscheid fällt.» Zeugnisse müssten zumindest innerhalb des Kantons einheitlich sein.

Schrepfer ist froh, dass der Grosse Rat über dieses Thema diskutieren wird. «Das ist wichtig.» Auch der Chef des Volksschulamts, Beat Brüllmann, sagte vor einem Jahre: «Diese Interpellation ist eine Chance für uns.» So würden die Verantwortlichen noch vor der definitiven Fassung der Zeugnisse hören, was die Politik dazu sagt.

Die Beurteilung der Kompetenzen bringt Mehraufwand

Während des laufenden Schulversuchs werden auch Kompetenzprofile zur Ergänzung der Noten erprobt. Dafür gibt es seit Sommer 2017 im Zeugnis keine mündlichen Noten mehr. Schrepfer fragt:

«Wenn bei den Kompetenzen die Bereiche doch getrennt bewertet werden müssen, warum gibt es denn nicht auch einzelne Noten?»

Er weist auch darauf hin, dass die Bewertung der einzelnen Kompetenzen und deren Beleg einen grossen Aufwand mit sich bringen. «Ich glaube kaum, dass Geld für eine zusätzliche Entlastung der Lehrpersonen da ist.» Der SVP-Kantonsrat betont:

«Ich bleibe bei meinen kritischen Worten: Der Kanton hat bei der Anpassung der Zeugnisse übereilt gehandelt.»

Auftrag zur Erweiterung der Software wirft Fragen auf

Damit bei der Zeugniserfassung auch Kompetenzen beurteilt werden können, muss das Software-Programm weiterentwickelt werden. Den Auftrag dafür hat der Kanton im freihändigen Verfahren an die Firma Roth Soft AG vergeben, wie die Regierung schreibt. Der Kanton arbeitete bereits zuvor mit diesem Unternehmen zusammen.

Die Antwort ist für Mitunterzeichner Andreas Wirth (SVP, Frauenfeld) nicht stimmig, weil andernorts im Schreiben der Regierung steht, dass noch andere Programme gesichtet werden. «Es macht den Anschein, dass der Auftrag schon 2015 vergeben wurde», sagt Wirth. Dabei wäre es seiner Meinung nach wichtig, auch andere Anbieter zu prüfen.

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