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«Das Opfer war zu benebelt um Widerstand zu leisten»: Zwei junge Männer wegen Schändung am Open Air Frauenfeld verurteilt

Dass es auf dem Open Air Frauenfeld vielleicht manchmal recht wild zugeht, ist kein Geheimnis. Zwei junge Männer gingen im Sommer 2015 aber zu weit, wie das Bezirksgericht Frauenfeld nun festgestellt hat.
Barbara Hettich
Die Bühne am Openair Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

Die Bühne am Openair Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

Es geschah im Juli 2015 am Open Air Frauenfeld. Zwei junge Winterthurer, damals 20 und 21 Jahre alt, feierten mit Freunden und konsumierten Ecstasy, Cannabis, Kokain und sehr viel Alkohol. In den frühen Morgenstunden legten sie sich zum Schlafen ins Zelt, zwischen den beiden lag das spätere Opfer, eine 22-jährige Frau, die ebenfalls unter Drogen- und Alkoholeinfluss stand. Was dann geschah, mussten die Männer dem Bezirksgericht Frauenfeld erzählen, denn die junge Frau hatte Anzeige erstattet.

«Sie hat sich an mich gekuschelt», sagte der Jüngere der beiden. Währenddessen habe der Ältere sie von hinten an Po und Busen begrabscht. Sie habe zwar gesagt «Hör auf», hätte sich aber nicht aktiv gewehrt. Die beiden Männer wurden mutiger, der eine schob seine Hand in die Hose der Frau, der andere holte seinen Penis hervor, schwenkte ihn vor ihrem Gesicht und schob ihn ihr in die Hand. Als die Frau die Hand wegzog und sich nicht mehr rührte, eingeschlafen war, hätten sie von ihr abgelassen.

«Es war eine unglückliche Anmache und mehr nicht», sagte der Verteidiger. Die junge Frau habe sich andern Tags gegenüber seinem Mandanten ganz normal verhalten, dies habe sich erst geändert, als eine ehemalige Freundin aufgrund von Bemerkungen Vermutungen anstellte, und diese herumerzählte. Heute zeige das Opfer keinerlei Interesse mehr, dass die Sache weiter verfolgt werde und mache auch keine Ansprüche geltend.

Weitere Delikte kamen hinzu

Die Staatsanwaltschaft hat die «Sache» von Amtes wegen weiter verfolgt und dreieinhalb Jahre nach dem Vorfall Anklage erhoben. Nebst dem Vorwurf der Schändung kamen weitere Delikte wie Verstoss gegen das Betäubungsmittelgesetz, Fahren in fahrunfähigem Zustand, Raufhandel oder üble Nachrede dazu.

Das Gericht folgte am Dienstag dem Antrag der Staatsanwaltschaft und verurteilte den Jüngeren der beiden wegen versuchter Schändung, den Älteren wegen vollendeter Schändung. Gemäss polizeilicher Vernehmung sei dieser mit dem Finger in die Vagina der Frau eingedrungen. «Das Opfer war zu benebelt um Widerstand zu leisten», begründete der Gerichtspräsident das Urteil.

Beim Strafmass habe das Gericht berücksichtigt, dass die beiden Männer auch nicht mehr ganz zurechnungsfähig waren und das Vergehen betreffend Drogenkonsum verjährt ist. Weitere Delikte wie Fahren in fahrunfähigem Zustand, Raufhandel oder übler Nachrede hätten wiederum das Strafmass erhöht. Der Jüngere wurde zu einer unbedingten Geldstrafe von 270 Tagessätzen zu 120 Franken und einer Busse von 100 Franken verurteilt, der Ältere zu einer unbedingten Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu 90 Franken und einer Busse von 1200 Franken. Auf einen Widerruf von bedingt ausgesprochenen Vorstrafen wurde verzichtet.

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