Das neue Album des  Mammerer Sängers David Lang  gefällt

Das Frauenfelder Premiere-Publikum zeigte sich begeistert von David Langs neuem Album «Kutscher».

Evi Biedermann
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Der Mammerer Sänger und Komponist stellt im «Eisenwerk» in Frauenfeld sein neues Album vor. (Bild: Evi Biedermann)

Der Mammerer Sänger und Komponist stellt im «Eisenwerk» in Frauenfeld sein neues Album vor. (Bild: Evi Biedermann)

Sein Fankreis wächst, und dies mit gutem Grund. Auf seinem neuen Studioalbum «Kutscher» präsentiert sich David Lang nicht nur als Sänger, Pianist, Texter und Komponist, sondern auch als Chor. Die Stimmen gehören alle ihm selber, er hat sie separat aufgenommen und den Vorgang solange wiederholt, bis ein ordentlicher Chor daraus wurde. Dieser begleitet den 40-jährigen Sänger da und dort behutsam und gibt neuen Liedern das gewisse Etwas oder alten ein neues Gewand.

Denn in «Kutscher» ist nicht alles neu, aber jedes der 16 Lieder ist Klasse. Eines könnte sogar zum Hit werden: «Heimat» kommt aus tiefstem Herzen, und der ehrliche Text sickert tief hinein ins Zuhörerherz, besonders wenn man live dabei sein kann wie an der CD-Taufe am Freitag im «Eisenwerk» in Frauenfeld.

Zugespitzte Abbilder des alltäglichen Lebens

Das Publikum war begeistert. Dabei war unschwer zu überhören, dass dem charismatischen Musiker die lautesten Jubelrufe aus weiblichen Kehlen zuflogen. Der Name des Albums – «Kutscher» – weist darauf hin, wo David Lang den Stoff für seine Geschichten hernimmt. «Ein Kutscher hört viel und sieht viel, wenn er unterwegs ist», erklärte er.

So sind denn seine Lieder Abbilder des alltäglichen Lebens. Minigolf, Tattoo, Runggle-Transport oder der Hund Boby: Lustvoll greift er in die Kiste der menschlichen Eigenheiten und Schwächen und spitzt sie zu erfrischenden Episoden zu. Auf die Pointe lässt er genüsslich warten, einmal kommt sie erst mit dem allerletzten Wort.

Jedes Lied ist eine Überraschung, sei es im Klang, Rhythmus oder Inhalt.
Das Konzert endete mit einem Gebet. «Vater, gib mir Kraft und Mut, lass Liebe stärker sein als Wut», sang Lang im Lied «Müde bin ich». Müde war kaum jemand im Saal zu dieser Zeit, wohl aber beeindruckt von der Kraft, welche diese Komposition entwickelt.