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«Nicht schon wieder!»: Thurgauer Leichtathletik-Hoffnung verletzt sich bei Comeback erneut

Sprinterin Charlène Keller aus Guntershausen hat hohe sportliche Ziele. Doch wird die 23-Jährige oft zurückgebunden – bei ihrem Comeback am vergangenen Samstag einmal mehr.
Jörg Greb, Aarau
Neue Heimat Aarau: Charlène Keller (links, mit Trainingspartnerin Michelle Gloor) schloss sich Coach Patrick Saile an. (Bild: Jörg Greb)

Neue Heimat Aarau: Charlène Keller (links, mit Trainingspartnerin Michelle Gloor) schloss sich Coach Patrick Saile an. (Bild: Jörg Greb)

Manchmal ist das Leben brutal. «Endlich wieder antreten, wieder sprinten, wieder alles geben», das wollte Charlène Keller am vergangenen Samstag an der Schweizer Vereinsmeisterschaft in Langenthal. Das Gefühl war beflügelnd. Der lange Schritt, die hohe Kadenz, Kraft, Speed, wohl koordinierte Bewegungen: eine Freude – zumal für die 4x100-m-Staffel ihres Vereins LC Frauenfeld mit 47,82 Sekunden eine respektable Zeit und wertvolle Punkte herausschauten. «Das fühlte sich wieder richtig gut an», sagt Schlussläuferin Keller.

Für die 23-Jährige war es die Rückkehr auf den Wettkampfplatz. Und dies, nachdem der vergangene Sommer für sie «richtig schwierig gewesen» war. Durch eine Stressfraktur am Fuss war sie ausgebremst worden. Auf die Saison 2017 musste sie wohl oder übel verzichten.

Nach der EM beinahe an die Olympischen Spiele

Kellers viel versprechende Karriere sollte heuer ihren Fortgang finden. In den Vorjahren war die Thurgauerin resolut vorgestossen in der Schweizer Sprint-Hierarchie. Über 100 m steigerte sie sich auf 11,68 Sekunden, über 200 m auf 23,78 Sekunden. Und sie erlebte ihren internationalen Durchbruch: An der U23-EM gewann sie Staffelbronze, über 200 m belegte sie Platz sieben.

Es ging weiter aufwärts. Keller fand Aufnahme ins ambitionierte Schweizer 4x100-m-Staffelprojekt, war 2016 an der EM in Amsterdam dabei – wenn auch nur als Ersatzläuferin. Dieselbe Option bot sich für die Olympischen Spiele in Rio im Sommer 2016 – bis die Verletzungsserie mit einer Zerrung im linken hinteren Oberschenkel begann und ihr die routinierte Marisa Lavanchy vorgezogen wurde.

Charlène Kellers Aufstieg kam nicht zufällig. 2013, als die Thurgauerin in Bern ihr Studium in Psychologie und Betriebswirtschaft begann, lief sie unter Trainer Jacques Corday, dem Mann, der einst Mireille Donders zum 100-m-Rekord geführt hatte und Mujinga Kambundji betreute. Dann schloss sie sich Adrian Rothenbühler an, dem Coach von Ellen Sprunger und Mehrkämpferin Caroline Agnou. Weil Sprunger zurücktrat, Agnou zu ihrem Vater ging und Rothenbühler sich anders orientierte, sah sich Keller gezwungen, eine neue Lösung zu suchen. Sie fand auf Rat des früheren Sprinters Amaru Schenkel zu Patrick Saile in Aarau.

Oberschenkelzerrung zwingt sie zu einem Monat Pause

Geduld war allerdings auch im neuen Umfeld nötig. «Nach der Fussoperation im vergangenen Sommer konnte ich lange nicht voll belasten», sagt Keller. Zahlreiche Sitzungen beim Physiotherapeuten brachten sie weiter. Vor allem im Kraftbereich arbeitete sie intensiv und verbuchte Fortschritte. Und «jetzt endlich» fühle sie sich bereit – «nicht für Hammerzeiten, sondern um wieder Wettkampfluft zu schnuppern». So beflügelnd das Gefühl beim Comeback in Langenthal, so schnell änderte es sich. Das 100-m-Einzelrennen war für Keller nach 70 Metern zu Ende. Fertig. Aus. «Nicht schon wieder» ging Keller durch den Kopf, «und warum?». Eine Antwort hat sie nicht gefunden. Zu einem halbwegs tröstlichen Befund ist sie beim Arzt gekommen: Es handelt sich um eine Oberschenkelzerrung. In einem Monat sollte sie wieder sprinten können. «Jetzt will ich erst recht zurück», sagt Keller. «Und ich bin überzeugt, dass mich das alles noch stärker machen wird.»

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