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«La Trouvaille» bietet Show-Käsen in der Frauenfelder Altstadt

Wirtin Brigitte Bianchi hat mit ihren Gästen unter der Anleitung von Werner Knöpfli ihren eigenen Käse produziert. Der Erfolg des sommerlichen Projektes zeigt sich im Winter bei der «Chästeilete» am 24. Dezember.
Christine Luley
Käsermeister Werner Knöpfli beim Schow-Käsen vor dem Restaurant La Trouvaille. Wirtin Brigitte Bianchi hilft tatkräftig mit. (Bild: Reto Martin)

Käsermeister Werner Knöpfli beim Schow-Käsen vor dem Restaurant La Trouvaille. Wirtin Brigitte Bianchi hilft tatkräftig mit. (Bild: Reto Martin)

Freitagabend, die Glocken von der Stadtkirche St. Nikolaus schlagen die siebte Stunde. Auf der verwaisten Zürcherstrasse riecht es nach Holzfeuer. Vor dem Bistro La Trouvaille hängt ein grosser Kupferkessel an einem schwarzen, schwenkbaren Gestänge, dem «Galgen». Brigitte Bianchi begrüsst die eintreffenden Besucher mit einem «Willkommen in der Stube».

In den kommenden zwei Stunden wird die Wirtin gemeinsam mit ihren Gästen auf der Strasse miterleben, wie nach traditioneller Art Rohmilchkäse hergestellt wird. Käsermeister Werner Knöpfli erklärt und zeigt die Arbeitsschritte. Die Milchsäurebakterien haben ihre Arbeit bereits losgelegt und wandeln Milchzucker in Milchsäure um. Sie bewirken, dass der Käse reift. Langsam erwärmt sich die Milch auf die gewünschten 32 Grad.

Besuch von Poltergesellschaft

Hilfskäserin Brigitte hat eine Schürze gefasst und hilft beim Rühren. «Beim Käsen geht es ruhig und langsam zu», sagt Knöpfli. Die Besucher lehnen sich zurück und nippen an ihren Gläsern. Sie wissen noch nicht, dass sie später aktiv einbezogen werden. Eine Truppe «Urban Golfer» nähert sich und befindet: «Einlochen im Käsebecken, wäre der Kracher». Aber Flavio zieht mit seiner Polter-Gesellschaft weiter Richtung Meilibrunnen. «Game Over», steht auf dem mit Getränken gefüllten Leiterwagen.

Für die Käser und Käserinnen ist die Session noch lange nicht zu Ende. «19.30, Brigitte, daher! Die Beigabe des Labes ist Chefsache», bestimmt Knöpfli. Erklärt dem Publikum, dass das Ferment aus dem Kälbermagen dafür sorgt, dass das Eiweiss sich bindet, die Milch gerinnt und Molke absondert. Bei ihrem nächsten Einsatz zieht Brigitte Bianchi die Käserharfe durch die geronnene Milch und schneidet die eingedickte Masse in kleine Stücke.

Der aussergewöhnliche Anlass will festgehalten sein. (Bild: Reto Martin)

Der aussergewöhnliche Anlass will festgehalten sein. (Bild: Reto Martin)

Die Teilnehmer helfen tatkräftig beim Rühren der an Milchreis erinnernden Masse. Das verwendete Werkzeug sieht aus wie ein grosser hölzerner Schwingbesen. Knöpfli hat den «Brecher» aus dem Christbaum des Vorjahres hergestellt. Die Gäste motivieren erfolgreich eine mit Gitarre vorbeieilende junge Frau zum Musizieren. Wie die Wirtin pflegen sie einen familiären und herzlichen Umgangston. «Alles was bruchsch uf der Wält das isch Liebi», singt das spontane «Chörli».

5,5 Kilogramm Käse produziert

Abschliessend zeigt der Käsermeister, wie die Masse mit dem Tuch aus dem Kessel geholt wird. Knöpfli offeriert den Anwesenden ein Schönheitsbad in der Molke. Aber die sind mit ihrer zarten Haut zufrieden und wollen es Kleopatra nicht gleichtun. Um 21 Uhr ist das Projekt abgeschlossen. Die «La Trouvaille Mannschaft» hat 60 Liter Milch in etwa 5,5 Kilogramm Käse verwandelt. Bis Weihnachten wird er in einem Käsekeller reifen, und vom Fachmann in Salz gewendet und gepflegt. Die Beteiligten sind des Lobes voll.

Stammgast Brigitte Wilhelm ist überzeugt, «solche Events bringen Leben in die Altstadt». Die frohe Runde geniesst den Sommerabend auf der Strasse. Rätselt über den Spruch: «So ein Käse». Wie kommt es wohl, dass dieses Produkt so negativ belegt ist? Doch im Vino ist für einmal zu wenig Veritas und Herr Google abwesend.

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