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Kommentar

Das Kispi ist auch ein Thurgauer Spital

Die Stimmbevölkerung entscheidet am 23. September über ein Darlehen von von 25,4 Millionen Franken als Thurgauer Anteil für den Neubau des Ostschweizer Kinderspitals in St.Gallen.
Sebastian Keller
Sebastian Keller, Redaktor Kanton bei der "Thurgauer Zeitung". (Bild: Mareycke Frehner)

Sebastian Keller, Redaktor Kanton bei der "Thurgauer Zeitung". (Bild: Mareycke Frehner)

Die Thurgauer haben das letzte Wort. Sagen sie bei der Volksabstimmung vom 23. September Ja, können in St. Gallen Schaufeln und Helme für den Spatenstich des neuen Ostschweizer Kinderspitals (OSK) bereit­gelegt werden. Die anderen Träger haben ihren Anteil für den Neubau des Spitals– demokratisch legitimiert – bereits zugesichert. Es geht um Darlehen von gesamthaft 172 Millionen Franken; der Thurgau soll 25,4 Millionen Franken bei­steuern.

Träger des OSK, das liebevoll Kispi genannt wird, sind die Kantone St. Gallen, Thurgau, beide Appenzell sowie das Fürstentum Liechtenstein. Das heutige Spitalgebäude in der Stadt St. Gallen ist angejahrt. Es wurde vor über 50 Jahren bezogen. Die Raumverhältnisse sind beengt. Deshalb machte sich die Stiftung, die das Kinderspital betreibt, vor Jahren Gedanken über einen Erweiterungsbau und eine Sanierung. Auch ein Neubau auf dem Areal des Kantonsspitals St. Gallen wurde geprüft – und schliesslich weiterverfolgt.

Das Kinderspital ist für die medizinische Versorgung des Nachwuchses enorm wichtig. Das belegen Zahlen: 2015 wurden 20 Prozent aller Thurgauer Kinder und Jugendlichen, die in ein Spital mussten, im Kispi hospitalisiert. Die dortigen Ärztinnen und Ärzte behandelten in jenem Jahr 4900 Kinder aus dem Thurgau; 2017 waren es 5700. Das illustriert die Bedeutung des einzigen eigenständigen Kinderspitals im Osten der Schweiz. Mit den Fachbereichen Pädiatrie, Kinderchirurgie und Jugendmedizin ist es für fast eine Million Menschen eine unverzichtbare Institution. Zudem ist es weder wirtschaftlich noch organisatorisch sinnvoll, dass jedes Kantonsspital Spezialfächer wie Intensivmedizin oder Onkologie anbietet. Die Thurgauer Spitäler, vor allem die Klinik für Kinder und Jugendliche des Kantonsspitals Münsterlingen, arbeiten eng mit dem Kispi zusammen.

Die politischen Instanzen haben den Thurgauer Anteil bereits abgesegnet. Nach der Regierung befürwortete auch der Grossen Rat das 25-Millionen-Franken-Darlehen. Dies ohne Gegenstimmen, eine deutlichere Zustimmung ist nicht möglich. Selbst Politiker, die sonst jeden Rappen umdrehen, unterstützten die Vorlage. Vor allem auch, weil das Ostschweizer Kinderspital als Kompetenzzentrum für Kinder- und Jugendmedizin sowie als Ausbildungsstandort unverzichtbar ist. Nicht zu ver­nachlässigen ist die Bedeutung des Kispi als Arbeitgeber: Von ­850 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wohnen etwa ­
100 im Thurgau.

Bei den 25,4 Millionen Franken handelt es sich nicht um einen A-fonds-perdu-Beitrag, sondern um einen Kredit, der verzinst und zurückbezahlt wird. In den ersten fünf Jahren soll er mit 1,5 Prozent, in den nachfolgenden fünf Jahren mit zwei Prozent verzinst werden. Zinssätze, von denen Bankkunden nur träumen können. Das Geld wäre also nicht schlecht angelegt. Viel wichtiger ist aber die gesundheitspolitische Investition: Ein Ja zur nahen und soliden medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen in der Ostschweiz.

Zu Recht sind deshalb die Ostschweizer Augen am 23. September auf den Thurgau gerichtet. Bei einem Nein wäre nicht nur das Neubauprojekt vor dem Spatenstich beerdigt. Der Scherbenhaufen wäre weitaus grösser. Von den weiteren Ostschweizer Kantonen würde das als Abkehr einer pragmatischen und funktionierenden Zusammenarbeit verstanden. Ein deutliches Ja an der Urne zeigt hingegen, dass der Thurgau gewillt ist, sich als aktiver Teil der Ostschweiz einzubringen

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