«Das ist eine Win-Win-Win-Win-Win-Situation»: Frauenfelder MFG-Projekt bringt erste Blüten fürs Gewerbe in der Innenstadt

Das Projekt «Miteinander Frauenfeld gestalten» konkretisiert sich. An einem Infoabend haben die Verantwortlichen Tipps und Trick weitergegeben. Zudem kehrt das Stadtlabor in die Altstadt zurück.

Samuel Koch
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Rund 30 Gewerbetreibende hören sich in der Konvikthalle das Referat von Detailhandelsexperte Chalid El Ashker an.

Rund 30 Gewerbetreibende hören sich in der Konvikthalle das Referat von Detailhandelsexperte Chalid El Ashker an.

Bild: Samuel Koch

Flächenleistung rauf. Oder «Lokal2». Was im ersten Augenblick kryptisch erscheint, hat am Dienstagabend in der Konvikthalle Hand und Fuss bekommen. Vor rund 30 Gewerbetreibenden präsentierten die Verantwortlichen des Projekts «Miteinander Frauenfeld gestalten» (MFG) der Stadt und der IG FIT weitere Massnahmen zur Stärkung der Innenstadt.

Ladenanalysen mit aufgezeichneten Kundenbewegungen

Chalid El Ashker, Detailhandelsexperte und Jurist.

Chalid El Ashker, Detailhandelsexperte und Jurist.

Bild: Andrea Stalder

Detailhandelsexperte Chalid El Ashker warf zwar mit vielen Anglizismen um sich. Aber er zeigte den Anwesenden ebenfalls wichtige Trends auf. «Die Nutzung verändert sich», sagte er. Darum müsse man flexibel sein, etwa mit «Store Analytics», einer Ladenanalyse beispielsweise anhand von aufgezeichneten Kundenbewegungen. El Ashker sagt:

«Solche Tools ermöglichen Ihnen, besser informiert, kurzfristige Entscheidungen zu treffen.»

Ein Anwesender äusserte seine Bedenken bezüglich Datenschutz. Wer sich dennoch interessiert zeigte, erhielt Namen und Informationen von Anbietern.

Hinter «Lokal2» versteckt sich die Idee, dass sich unterschiedliche Händler für die Nutzung von Synergien zusammentun, etwa eine Bank und eine Bäckerei. «Dabei stellen etablierte Geschäfte einen Teil ihrer Flächen einem anderen Händler zur Verfügung», erklärte El Ashker zur sogenannten Win-win-win-win-win-Situation. Denn nebst den Ladenbetreibern würden auch die Newcomer-Marke, der Konsument, der Vermieter und die Stadt profitieren.

Stadtlabor und «Pop-up Genuss» neu in der Altstadt

Genau deshalb unterstützt das Projekt MFG die Gewerbler dabei. «Wir wollen für diese Idee eine gute Geburtshilfe leisten», sagte MFG-Teilprojektleiterin Martina Pfiffner. «Komplett neu ist das für uns nicht», sagte ein Anwesender zu einer konkreten Liegenschaft in der Vorstadt, die immer wieder unterschiedlich genutzt wird. Er sagte:

«Diese Idee ist sehr unterstützenswert.»

Nach dem ähnlichen Prinzip funktioniert der «Pop-up Genuss», der zwischen Ende Oktober und Weihnachten mit diversen Produzenten der Region in der Altstadt aufwartet.

Sabina Ruff, MFG-Projektleiterin.

Sabina Ruff, MFG-Projektleiterin.

Bild: Andrea Stalder

Nächste Woche kehrt auch das partizipative Stadtlabor in die Altstadt zurück, in ein leer stehendes Geschäft, das die Raiffeisenbank der Stadt drei Jahre gratis zur Verfügung stellt. «Kommen Sie vorbei und schauen Sie, was passiert», sagte Sabina Ruff, MFG-Projektleiterin.

Für IG-FIT-Präsident Christian Wälchli schlagen zwei Herzen in der Brust, das erste mit Begeisterung für Neues, das andere ist eher konservativ. Er appellierte: «Wichtig sind beide, nur so kommt es gut.»