Interview
«Das Internet ist kein rechtsfreier Raum»: Anfeindungen auf Instagram gegen Lehrer und Schüler an Frauenfelder Sekundarschule

Sekschüler der Frauenfelder Schulanlage Auen haben ehrverletzende und verleumderische Posts auf Instagram gestellt, die sich gegen Lehrpersonen und Mitschüler richten. Schulleiter Claudio Bernold hat mit einem Elternbrief reagiert.

Mathias Frei
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Das Instagram-Icon auf einem Smartphone-Bildschirm. (Bild: PD)

Das Instagram-Icon auf einem Smartphone-Bildschirm. (Bild: PD)

Herr Bernold, Schüler der Frauenfelder Sekundarschulanlage Auen haben sich auf Instagram in Posts über Lehrer und Mitschüler ausgelassen. Am Montag haben Sie per Elternbrief darüber informiert. Dabei gab es das schon in der Zeit vor Social-Media.

Claudio Bernold, Schulleiter Sekundarschulanlage Auen, Frauenfeld. (Bild: PD)

Claudio Bernold, Schulleiter Sekundarschulanlage Auen, Frauenfeld. (Bild: PD)

Claudio Bernold: Die Posts über Lehrpersonen und Mitschüler, sogenannte Memes, wurden nicht nur von Schülern der Sekundarschulanlage Auen ins World Wide Web gestellt. Das gab es auch in anderen Schulhäusern in Frauenfeld. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, daher haben wir uns entschlossen, rasch zu reagieren, bevor ein grösserer Schaden angerichtet wird. Auch in der Zeit vor den digitalen Medien wurde gelästert. Es kam einem aber kaum in den Sinn, das Gesagte auf einem Plakat im Einkaufszentrum aufzuhängen, damit es alle lesen können.

Im Elternbrief liest man von «einer roten Linie», die klar überschritten worden sei.

Die uns bekannten Posts beziehungsweise Accounts sind mittlerweile gelöscht worden. Die Grenzen zwischen dem, was als Spass und was als beleidigend empfunden wird, sind fliessend. Die Jugendlichen sind sich der Wirkung dieser Posts nicht immer bewusst. Die virtuellen Beleidigungen müssen wir daher ernst nehmen, können sie doch bei den Betroffenen grossen Schaden anrichten. Zudem machen sich die Verfasser strafbar. Das Internet vergisst bekanntlich nicht, und die Opfer sind dem schutzlos ausgesetzt.

Erst kürzlich fand für die 1.-Sekschüler und deren Eltern eine Veranstaltung zum Umgang mit neuen Medien statt.

Der Grossteil unserer Schüler weiss sehr wohl, wo die Grenzen des Erlaubten sind. Das zeigt, dass die Prävention eine gewisse Wirkung zeigt. Wir müssen aber damit umgehen lernen, dass wir auch mit der besten Prävention nicht alle erreichen.

Welchen Beitrag müssen die Eltern in dieser Problematik leisten?

Wesentlich ist, dass die Eltern ihre Verantwortung wahrnehmen und das Thema «Umgang mit digitalen Medien» mit ihren Kindern diskutieren. Alleine das Wissen, wo sich das eigene Kind im World Wide Web aufhält, ist ein wichtiger Beitrag zum Schutz ihres Kindes.