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Das Hundegesetz beweist im Thurgau Biss

Eine Thurgauerin darf ihre sechs Hunde nicht mehr gleichzeitig ausführen. Das hat ihre Wohngemeinde entschieden, nachdem mehrere Personen und andere Hunde von ihren Tieren gebissen wurden.
Silvan Meile
Mit dem Bevölkerungswachstum steigt im Thurgau auch die Anzahl Hunde laufend: 2017 waren 19'443 Hunde registriert. (Bild: Benjamin Manser)

Mit dem Bevölkerungswachstum steigt im Thurgau auch die Anzahl Hunde laufend: 2017 waren 19'443 Hunde registriert. (Bild: Benjamin Manser)

Nur noch zwei Hunde gleichzeitig und beide angeleint. Eine Gemeinde im Bezirk Weinfelden hat durchgegriffen und einer Frau eine Leinenpflicht für ihre Hunde auferlegt. Seither darf diese nur noch maximal zwei ihrer sechs Hunde gleichzeitig ausführen. Und beide müssen an der Leine gehalten werden, wie in einem Entscheid des Thurgauer Verwaltungsgerichts zu lesen ist.

Dadurch sollen die Übergriffe auf Nachbarn und Spaziergänger sowie auf andere Hunde endlich ein Ende haben. Denn mehrmals bissen ihre Vierbeiner zu, worauf ein Tierarzt und drei Ärzte unabhängig voneinander Bissverletzungen von Tieren derselben Hundehalterin den Behörden meldeten. Deshalb veranlasste die Gemeinde schliesslich diese Auflagen.

Frau blitzte vor Gericht ab

Dagegen wehrte sich die Hundehalterin. Sie gelangte ans Thurgauer Verwaltungsgericht, blitzte dort aber ab. Das Gericht weist ihre Beschwerde ab. Das kantonale Recht erlaube es der Gemeinde, der Hundehalterin Massnahmen zu Gunsten der Sicherheit für die Allgemeinheit aufzuerlegen.

Die Gemeinde schiesse dabei nicht übers Ziel. «Insgesamt erweist sich die generelle Leinenpflicht für die Hunde der Beschwerdeführerin und die weitere Auflage, maximal zwei Hunde gleichzeitig auszuführen, unter den gegebenen Umständen als angemessen», hält das Verwaltungsgericht fest.

Im Schnitt kommt auf jeden 14. Thurgauer ein Hund

Im Thurgau sind die Meldungen über Hundebisse im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr «deutlich angestiegen», wie im aktuellen Geschäftsbericht des Kantons vermerkt ist. 292 Beissmeldungen (Vorjahr: 216) sind beim kantonalen Veterinäramt eingegangen. Etwa Ärzte, Tierärzte, Polizisten oder Privatpersonen melden solche Vorfälle.

«Eine Meldung ist keine Anzeige»,

relativiert Ulrich Weideli, Thurgauer Amtstierarzt. Der Anstieg an Meldungen liege in einem Bereich, in dem der Zufall mitspiele. Auch sei die Dunkelziffer vermutlich hoch. Ausserdem sind die Fälle mit ernsthaften Folgen aufgrund von Bissverletzungen «weiterhin sehr selten», trotz anzahlmässigem Anstieg der Meldungen, wie im Geschäftsbericht weiter ausgeführt wird.

Bisse von Hunden

Die Anzahl im Thurgau gemeldeter Hundebisse in den vergangenen Jahren.
20142015201620170100200300

Doch nicht nur Bisse durch Hunde nehmen zu, die Anzahl gemeldeter Hund steigt generell. Sie geht einher mit dem Bevölkerungswachstum. So waren Ende 2017 insgesamt 19'443 Hunde registriert, bei 272'780 Einwohnern. Im Schnitt hat jeder 14. Thurgauer einen Hund.

Keine Verurteilung, aber die Auflagen bleiben

Die Kompetenz rund um die Hundehaltung obliegt den Kantonen. Das Thurgauer Hundegesetz wiederum räumt den Gemeinden viel Befugnis ein, wenn «durch die Hundehaltung Mensch oder Tier verletzt, gefährdet oder ernsthaft belästigt werden». Das Veterinäramt leitet deshalb die Bissmeldungen an die Gemeinden weiter. Dort wird über konkrete Auflagen für Hundehalter entschieden. Im kantonalen Hundegesetz sind verschiedene Massnahmen festgehalten. Unter anderem darf die Gemeinde zu einem Kurs verpflichten, eine Leinenpflicht auferlegen, die Anzahl gehaltener Hunde beschränken oder gar die «Tötung des Hundes» anordnen. Das Veterinäramt stehe den Gemeinden lediglich beratend zur Seite, sagt Weideli.

Amtstierarzt Ulrich Weideli. (Bild: Reto Martin)

Amtstierarzt Ulrich Weideli. (Bild: Reto Martin)

Einer Verurteilung wegen fahrlässiger Körperverletzung ist die betroffene Hundehalterin vor Bezirksgericht Weinfelden entkommen. Die von der Gemeinde angeordnete Leinenpflicht und die Auflage, maximal zwei Hunde gleichzeitig ausführen zu dürfen, bleiben aber mit dem Entscheid des Verwaltungsgerichts auf unbestimmte Zeit bestehen.

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