Das Hinterthurgauer Repair Café in Aadorf war ein voller Erfolg

Die Organisatoren des Aadorfer Repair Cafés zeigen sich zufrieden, auch wenn nicht alle Objekte der Besucher repariert werden konnten.

Kurt Lichtensteiger
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Besucher und Reparateure tauschen sich im Aadorfer Gemeinde- und Kulturzentrum aus. (Bilder: Donato Caspari)

Besucher und Reparateure tauschen sich im Aadorfer Gemeinde- und Kulturzentrum aus. (Bilder: Donato Caspari)

Eine kleine Warteschlange bildete sich am Samstagvormittag schon vor der Türöffnung. Die Besucher des ersten Hinterthurgauer Repair Cafés in Aadorf brachten unterschiedlichste Artikel mit: Von der hundertjährigen Schreibmaschine über Jeans, Spielzeug, Velos, Schmuck- und Holzgegenstände bis zu Elektronikartikel.

Das Eintrittsblatt ausgefüllt, ging es mit den kaputten Gegenständen zu den Ansprechpersonen. Allesamt freiwillige Reparateure, die sich mit Kenneraugen des Problems annahmen, standen im Foyer des Gemeinde- und Kulturzentrums zur Verfügung. Einfache Reparaturen wurden im Nu erledigt, schwierigere einstweilen zurückgestellt. Manchmal fehlte nur eine Kleinigkeit, und es funktionierte wieder.

Warten bei Kaffee und Kuchen

Was sich nicht flicken lassen konnte, wurde zurückgegeben oder wanderte in eine Mülltonne, so etwa Elektronikartikel. Es ist davon auszugehen, dass davon über ein Drittel betroffen war. Einige Besucher konnten das Geflickte gleich wieder mitnehmen, andere warteten bei Kaffee und Kuchen oder holten ihre lieb gewonnen Objekte erst am Nachmittag ab. Ob kostenlos oder mit einem freiwillig entrichteten Obulus, spielte keine Rolle. Ganz zufrieden war Mitinitiant Kurt Egger:

«Schon am Mittag waren gegen 100 Mitbringsel eingegangen.»

Vor allem im Elektronikbereich habe man nicht mehr annehmen können. «Für die kommenden Repair Cafés in Münchwilen und Wallenwil wollen wir deshalb das Personal aufstocken», sagte der Energiefachmann. An freiwillig Helfenden fehlt es kaum, sind doch rund 50 Anmeldungen eingegangen. Den in Aadorf 20 Beteiligten spendete «Berger’s Kochart» ein Mittagessen.

Helferinnen flicken Kleidungsstücke.

Helferinnen flicken Kleidungsstücke.

Gemeinderat Patrick Stacher war es vorbehalten, die Gäste zu begrüssen. Es erfülle ihn mit Stolz, dass Aadorf sein Label als Energiestadt einmal mehr unter Beweis stelle und sich zu nachhaltigem Verhalten verpflichte.

Wird bei einer Eröffnung allenthalben ein Band zerschnitten, so war es diesmal ein Veloschlauch – als Symbol für eine Wegwerfgesellschaft, die sich oft um Nachhaltigkeit foutiert. Der Gummischlauch wurde nämlich innert zehn Sekunden geflickt und wieder funktionstüchtig gemacht. Reparateur Sandro Tanner vom Bike-Shop erntete für seine schnelle Reparaturarbeit anerkennenden Applaus.