Das Handy, dein Freund und Nerver - Medienpädagogen coachen Hüttlinger Eltern

Zwei Medienpädagogen sensibilisierten Eltern und Lehrer in Hüttlingen darauf, wie ihr Nachwuchs gut mit dem Smartphone umgeht. Wichtig sind Vertrauen sowie Gespräche und nicht nur Kontrolle.

Andreas Taverner
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Medienpädagoge Joachim Zahn demonstriert mit seinem Tablett, was Snapchat ist und kann. (Bild: Andreas Taverner)

Medienpädagoge Joachim Zahn demonstriert mit seinem Tablett, was Snapchat ist und kann. (Bild: Andreas Taverner)

Am stürmischen Montagabend hatte das Elternforum ins Primarschulhaus Hüttlingen zum Thema Kind und Smartphone eingeladen. «Die Eltern erwarten Tipps und Tricks, was mit einem Handy geht und was nicht», sagte der Medienpädagoge Joachim Zahn, einer der beiden Referenten zum Ziel des Abends, dessen Thema lautete «Wie Eltern ihre Kinder fit fürs Handy machen können». Schulleiter Hansruedi Mächler kann einen Mix von Eltern, Lehrkräften und Behördenmitglieder begrüssen.

«Immer früher nehmen Kinder statt einer Gute-Nacht-Geschichte das Tablett mit ins Bett.»

Mit diesem Satz beginnt das Duo Joachim Zahn und Claudia Gada vom Verein Zischtig.ch seinen Vortrag. Anhand von Folien auf der Leinwand des Gruppenraums im Dachzimmer des Primarschulhauses lernen die Teilnehmer die Welt der Computer-Spieler – der Gamer – kennen. Sie lernen auch, dass sich ein gutes Game dadurch auszeichnet, dass es abwechslungsreich ist und Spass macht.

Eine Brücke bauen, um die Kinder weg vom Handy zu holen

Die Referenten erklären auch, wie ein Kind am besten aus einen Spiel geholt wird. «Bauen Sie eine Brücke», heisst der Ratschlag: Interesse zeigen, schauen, wo das Kind gerade im Spiel ist, sich bemerkbar machen und dann die Aufmerksamkeit des Kindes nutzten, um die Botschaft anzubringen. Unvermittelt geht Zahn mit seinem Tablett auf die erste Reihe zu und zeigt live, was Snapchat kann. Zum Beispiel Gesichter verfälschen, was ganz lustig ist.

Heimlich das Handy «filzen» geht gar nicht

Was er rate, wenn zwei Teenager-Buben statt in den Ausgang zu gehen nur am PC sitzen, möchte eine Besucherin wissen. Zahn sagt: «Es ist zwar nett, mit Kollegen per Headset in Kontakt zu stehen, aber fürs Leben ist es wichtiger zu lernen, wie man mit Mädchen flirtet.» Claudia Gada rät davon ab, das Handy des Kindes heimlich zu durchsuchen. «Das ist ein ‹No-Go› und zerstört das Vertrauen», sagt sie.

Ein Defizit liegt noch drin in Hüttlingen

Die gut besuchte Bechtelisgemeinde in Hüttlingen sagt Ja zum Budget 2019 mit unverändertem Steuerfuss von 54 Prozent. Doch schon im nächsten Jahr könnte eine Erhöhung des Satzes anstehen.
Stefan Hilzinger