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Das Grundwasser auf dem Thurgauer Seerücken wird knapp

Der Fachstab Trockenheit ruft zum haushälterischen Umgang mit Wasser auf. Das Grundwasser auf den Anhöhen geht allmählich zur Neige. Im Thurtal würde es hingegen erst kritisch, wenn mehrere trockene Jahre aufeinander folgen sollten.
Thomas Wunderlin

Die Gemeindeverwaltung Bussnang ruft die Einwohner dazu auf, das Auto nicht mehr zu waschen und den Rasen nicht mehr zu bewässern. «Aufgrund der Trockenheit bitten wir Sie, dringend Wasser einzusparen!», heisst es auf der Homepage der Gemeinde. «Erste Einschränkungen mussten bereits ausgesprochen werden, der Grundwasserspiegel ist auf einem sehr tiefen Stand.»

18 Gemeinden erlassen Einschränkungen

Insgesamt haben 18 Gemeinden und zwei Zweckverbände Engpässe in der Wasserversorgung gemeldet, wie der kantonale Fachstab Trockenheit am Montag in seiner wöchentlichen Medienmitteilung schrieb. Einzelne Gemeinden hätten bereits verbindliche Einschränkungen erlassen.
Als Folge der geringen Niederschläge ist das Grundwasser in den letzten Monaten stetig gesunken. Die meisten Messstationen im Thurtal zeigen sehr tiefe Wasserstände auf – teilweise weit unter dem Mittelwert. Auch der Fachstab Trockenheit ruft deshalb zum haushälterischen Umgang mit Wasser auf. Nebst Autowaschen und Rasensprengen sei auch auf das Befüllen von Pools zu verzichten.

Bodenseepegel auf Rekordtief

Der Fachstab sorgt sich, weil kein Ende der Trockenheit in Sicht ist: «Auch der angekündigte Regen von Ende dieser Woche wird kaum Besserung bringen.» Der Wasserstand des Bodensees befindet sich zurzeit rund 80 Zentimeter unter dem langjährigen Mittelwasserstand. Der lokale Regen vom 1. August brachte bei Bächen und Flüssen nur vorübergehend eine Besserung. Ganz oder teilweise ohne Wasser sind mittlerweile die Murg, der Giessen im Raum Weinfelden, der Stichbach bei Lengwil und der Feilenbach bei Arbon.

«Kleine und grosse Quellen versiegen langsam», sagt Marco Baumann, Leiter der Abteilung für Wasserbau und Hydrometrie. Das Grundwasser wird vor allem auf den Anhöhen knapp, etwa in den Schotterflächen auf dem Seerücken. Dort wird das Grundwasser ausschliesslich durch Niederschlag gespiesen. Im Thurtal hingegen, dem grössten Grundwasserspeicher des Kantons, bringt auch die Thur Nachschub. Baumann vergleicht ihn mit einer riesigen Badewanne. Auch hier könnte das Grundwasser knapp werden – aber erst wenn zwei, drei trockene Jahre aufeinander folgen und ergiebige Regenfälle ausbleiben.

Die Thurtal-Wanne blieb 2003 zu vier Fünftel gefüllt

Im Hitzesommer 2003 beispielsweise verbrauchten die Thurtalbewohner den gesamten Anteil des sich jährlich regenerierenden Grundwasserstroms. Entnommen wurde ebenso viel, wie hineinlief. «Darunter hatte es immer noch das stationäre Volumen, das man nicht herausgenommen hat», sagt Baumann. «Ein Fünftel wurde verbraucht, vier Fünftel sind drin geblieben.» Wie es 2018 läuft, werde er erst im Herbst sagen können.

Bei der Messstation Kläranlage Frauenfeld etwa liegt der Grundwasserspiegel derzeit bei 385,9 Metern über Meer (siehe www.hydrodaten.tg.ch). Das ist rund ein halber Meter unter dem langjährigen Mittel um diese Zeit des Jahres. Der tiefe Grundwasserspiegel ist auch in Baggerseen wie dem Pfyner Frankrichli zu sehen. Manchenorts liegt der Spiegel über dem langjährigen Mittel, etwa bei der KVA Weinfelden: Dort werden 422,5 Meter über Meer angezeigt, rund 75 Zentimeter über dem Schnitt.

Weiterhin gilt ein totales Feuerverbot

Weiterhin dürfen Gemüsepflanzer kein Wasser aus Bächen und Flüssen pumpen zur Bewässerung ihrer Felder; zulässig sind Wasserentnahmen aus dem Rhein, dem Bodensee und dem Grund- und Quellwasser. Fischer und Fischereiverwaltung retten weiterhin Fische aus den austrocknenden Bächen und Flüssen. Aus 40 Fliessgewässern sind bisher 58 Kilometer abgefischt worden. Weiterhin gilt ein totales Feuer- und Feuerwerksverbot. Im Thurgau ist es verboten, im Freien Feuer zu entfachen sowie brennende Streichhölzer und Raucherwaren wegzuwerfen.

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