Glosse
Eschlikon und Münchwilen liefern sich ein grosses Wettrüsten

Südsicht auf den ewigen Wettlauf um den Titel «Coolste Gemeinde». Aktuell liegt Münchwilen klar vor Eschlikon.

Olaf Kühne
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Olaf Kühne

Olaf Kühne

(Bild: Peter Pfistner)

Die ewige Frage, ob Münchwilen oder Eschlikon die coolere Gemeinde ist, lässt sich nicht einfach beantworten. Eine ist Bezirkshauptort, die andere hat dafür einen richtigen Bahnanschluss. Eine hat einen Autobahnanschluss, die andere hat dafür... nein, halt... Verkehrsprobleme haben ja beide.

Eine hat eine Badi, die andere dafür einen Weiher. Weil man in dem aber nicht wirklich baden kann, liegt Münchwilen leicht vorne. Eschlikon hat deshalb schon früh aufgerüstet. Digitaler Dorfplatz Crossiety? Elektroauto vor dem Gemeindehaus? In Münchwilen Fehlanzeige.

Doch dann hat Münchwilen zurückgeschlagen. Erste Hinterthurgauer Gemeindepräsidentin? Münchwilen. Kein unsägliches Einbürgerungscabaret mehr an Gemeindeversammlungen? Münchwilen.

Eschlikon versucht, nachzuziehen. Ihren Gemeindepräsidenten haben sie bereits ins Exil nach Wil geschickt. Jetzt fehlen nur Kandidatinnen für seine Nachfolge. Selbst seine Gemeindeordnung hat Eschlikon überarbeitet, die Einbürgerungen ebenfalls von der Gemeindeversammlung entfernt.

Die Vorlage kommt aber erst im März an die Urne. Zu spät. Denn Münchwilen hat längst wieder vorgelegt, setzt dabei auf den nächsten Megatrend: Digital Detox, also der Rückzug aus dem digitalen Irrsinn.

Während der Eschliker Interimsgemeindepräsident noch fleissig Schneebilder im guten, alten Facebook postet, lädt der Münchwiler Gemeindeschreiber ein, ihm Schneebilder zu schicken. Zwar auch noch digital per Mail. Das Schönste wird dann aber in der «Regi» veröffentlicht. Auf Papier. Der Megatrend ist gesetzt, Eschlikon ist abgehängt.