Das grosse Weihnachtsgeschäft: Familie Schmid aus Schlattingen versorgt Stuben mit Bäumen und Weihnachtsmärkte mit Hütten

In Schlattingen haben einige Bauern im Advent besonders viel zu tun. Hans Schmid verkauft Christbäume und seine Cousins Edi, Erich und Gerhard versorgen die Weihnachtsmärkte mit den passenden Hütten.

Thomas Güntert
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Hans Schmid verkauft seit über 40 Jahren Christbäume.

Hans Schmid verkauft seit über 40 Jahren Christbäume.

(Bild: Thomas Güntert)

Aus der Not heraus hat Hans Schmid aus Schlattingen vor rund 40 Jahren mit dem Christbaumhandel angefangen. Damals sind dem Landwirt fast fünf Hektaren Kulturland als Pachtland verloren gegangen. Glücklicherweise hatte er sieben Jahre zuvor in seinem Wald über 1000 Rottannen aufgeforstet.

Weil die Bäumchen so schön gewachsen waren und auf dem Weihnachtsmarkt in Schaffhausen ein Platz frei geworden war, schlug der Schlattinger 1978 seine ersten 100 Christbäume und brachte sie an Frau und Mann.

Christbaumkultur auf einer Fläche von 60 Aren

Zusammen mit seiner Frau Elsbeth und Sohn Markus verkauft er mittlerweile im Mosergarten Schaffhausen, in Diessenhofen und in der Mühle Schlattingen jedes Jahr mehrere hundert Weihnachtsbäume. Obwohl Schmid eine 60 Aren grosse Christbaumkultur bewirtschaftet, muss er jedes Jahr von fünf regionalen Christbaumbauern noch Bäume zukaufen. Schmid, der rund 80 Prozent Nordmanntannen und 20 Prozent Rottannen verkauft, sagt:

«Die jungen Leute wollen nur noch Nordmannstannen.»

Der Trend geht zudem zu zimmerhohen Bäumen. Obwohl die Bäume Anfang Dezember geschlagen werden, halten die Nadeln problemlos bis nach Dreikönig.

Hans Schmid widmet sich gerne dem Verkauf von Christbäumen.

Hans Schmid widmet sich gerne dem Verkauf von Christbäumen.

(Bild: Thomas Güntert)

Der Christbaumverkäufer empfiehlt insbesondere bei Fussbodenheizungen, den Weihnachtsbaum in einem speziellen Ständer ins Wasser zu stellen. Der Weihnachtsbaum sollte nicht angespitzt werden, damit die Rinde genügend Wasser aufnehmen kann. Schmid bemerkte, dass das Christbaumgeschäft wie alles andere in der Landwirtschaft auch unter Druck steht.

«Melken rentiert ja auch nicht wirklich und man macht es doch.»

Das sagt Milchbauer Schmid, der das Christbaumgeschäft aber mag. Für ihn ist die Adventszeit eine ganz spezielle Zeit, in der die Menschen besonders offen sind und für viele seiner langjährigen Kunden ist der Christbaumkauf ein Ritual, das man nicht einfach so im Vorbeigehen erledigt.

Das Geschäft mit den Weihnachtshütten

In unmittelbarer Nachbarschaft bauen Hans Schmids Cousins Erich, Gerhard, Eduard und dessen Schwiegersohn Stefan Weihnachtshäuschen, die sie vermieten und verkaufen. Schuld daran ist ein Schausteller, der sich vor 30 Jahren auf dem Bauernhof eingemietet hatte und noch eine Hütte für den Weihnachtsmarkt brauchte. Spontan wurde ein Häuschen gebaut und daraus ein Nebengeschäft gemacht, das sich moderat zur Gebrüder Schmid GmbH entwickelte.

Sie rüsten die Weihnachtsmärkte mit den passenden Hütten aus: Cornelia Maurer-Schmid mit Ehemann Stefan und Vater Eduard.

Sie rüsten die Weihnachtsmärkte mit den passenden Hütten aus: Cornelia Maurer-Schmid mit Ehemann Stefan und Vater Eduard.

(Bild: Thomas Güntert)

Mittlerweile sind rund 300 Markthäuschen und einige Fondue-Hütten im Bestand. Die Hauptsaison beginnt mit dem Jahrmarkt der Olma und endet nach Dreikönig. «Unser Hauptgeschäft bleibt aber die Landwirtschaft», betont Ackerbauer Stefan Maurer.