«Das grosse Gedränge herrscht ganz woanders»: Die Thurgauer Fachgeschäfte trotzen der Coronakrise

Die Thurgauer Fachgeschäfte rechnen nicht mit einem zweiten Corona-Lockdown. Mittlerweile sind gute Sicherheits- und Hygienekonzepte aufgegleist. Vertreter des Verbandes präsentieren die diesjährige Weihnachtsaktion.

Christof Lampart
Drucken
Teilen
Matthias Hotz, Florian Küng und Elisabeth Steiner präsentieren die Weihnachtsaktion der Thurgauer Fachgeschäfte.

Matthias Hotz, Florian Küng und Elisabeth Steiner präsentieren die Weihnachtsaktion der Thurgauer Fachgeschäfte.

Christof Lampart

Wie Matthias Hotz, Präsident der Thurgauer Fachgeschäfte, am Montag an einer Medienkonferenz erklärt, seien die meisten der über 120 TGshop-­Mitglieder gut durch das «schwierige Jahr 2020» gekommen. Zwar habe im Frühling der Lockdown vielen Mitgliedern zu schaffen gemacht. Doch seien im Sommer die Geschäfte gut gelaufen und auch das bevorstehende Weihnachtsgeschäft – die Hauptsaison der Läden – stimme ihn zuversichtlich.

«Man hat schon nach dem Lockdown gespürt, dass die Leute sich wieder etwas gönnen möchten, indem sie etwas kaufen, das ihrer Psyche guttut.»

«Das Gedränge herrscht woanders»

Dass die Covid-19-Ansteckungen gerade zu Beginn der Hochsaison der Detailläden wieder massiv steigen, passiere zwar «im dümmsten Moment». Doch rechnet Hotz nicht mit einem zweiten Lockdown. «Ich glaube nicht, dass es so weit kommt.»

Denn die Fachgeschäfte seien nicht der Ort, an denen das Virus weitergegeben wird. So tragen die Kunden alle Masken, zudem können auch die Abstände eingehalten werden. «Das grosse Gedränge herrscht ganz woanders.»

Florian Küng, Geschäftsleitungsmitglied von TGshop, erachtet die Gefahr eines zweiten Lockdowns noch aus einem anderen Grund als deutlich kleiner als im Frühling: «Im Gegensatz zum ersten Mal, als die Pandemie uns weitestgehend unvorbereitet traf, haben unsere Mitglieder jetzt schon Schutzkonzepte, die sie bei Bedarf anpassen und sofort umsetzen können», sagt Küng.

Genauso wie die Geschäfte hätten auch die Kunden gelernt, mit dem Virus umzugehen. Hotz sagt:

«Anfangs waren viele gegen das Maskentragen.»

Heute sei die Bevölkerung sensibilisiert und trage die Masken ganz selbstverständlich. Alles in allem wollen die Fachgeschäfte jedoch «nach vorne schauen», sagt Hotz. Weshalb ihm vor etwaigen verschärften Massnahmen von Bund und Kanton nicht bange ist. «Wir müssen es so nehmen, wie es kommt.»

Bonus für die Kunden

Trotz der schwierigen Umstände möchten die Fachgeschäfte aufs Jahresende ein Zeichen gegen den Onlinehandel und den Einkaufstourismus setzen. Deshalb beschenken sie ihre Kunden beim Kauf einer Thurgauer Geschenkkarte. «Wir bieten unseren Kunden keinen Rabatt, sondern einen Bonus an», sagt TGshop-Geschäfts­leitungsmitglied Elisabeth ­Steiner.

«Wer für 100 Franken eine Thurgauer Geschenkkarte kauft, erhält 110 Franken auf die Karte geladen.»

Die Aktion läuft vom 1. November bis Ende Jahr. Die gekauften Karten sind zwei Jahre lang gültig und können bei rund 120 TGshop-Fachgeschäften und Restaurants ein­gelöst werden.