Der erste Flohmarkt der Saison: Im Frauenfelder Burstelpark hat das Feilschen begonnen

Zum Saisonauftakt des Flohmarkts im Burstelpark in Frauenfeld am Samstag boten rund 80 Händler ihre Waren zum Verkauf an. Die potenziellen Käufer wiederum recherchierten teilweise mit dem Smartphone, ob die Stücke ihren Preis wert sind.

Andreas Taverner
Drucken
Teilen
Die Qual der Wahl: Manch ein Kunde kann sich am ersten Flohmarkt im Burstelpark nicht so recht entscheiden. (Bild: Andreas Taverner)

Die Qual der Wahl: Manch ein Kunde kann sich am ersten Flohmarkt im Burstelpark nicht so recht entscheiden. (Bild: Andreas Taverner)

Es ist frisch am Samstagmorgen im Burstelpark in Frauenfeld. Für Gafur sind die Temperaturen aber kein Problem. Nebst Münzen, Medaillen und antiken Uhren bietet der Händler am ersten Flohmarkt der Saison auch eine Tuba feil. Für ihn verkommt der Mark allerdings immer mehr zu einem Trödelmarkt.

«Früher waren noch Antiquitäten verbreitet, heute hingegen dominieren die vielen Kleiderständer»

sagt er. Seit 22 Jahren zieht Gafur von einem Flohmarkt zum anderen.

«Der Saisonauftakt heute ist für mich der wichtigste Tag des Jahres», sagt ein weiterer Händler. Er ersetzt Uhrenbändchen. Zudem kann er bei den meisten Armbanduhren die Batterie für günstige neun Franken austauschen. «Über den Winter haben die Leute wieder Uhren gesammelt», sagt er. Diese kommen dann am ersten Markttag zu seinem Stand.

Kaum gesagt, stehen zwei ältere Frauen vor ihm. «Könnten sie die Batterie ersetzten?», fragt die eine. Der Händler erkennt die Uhr und fragt: «War die nicht schon einmal bei mir?» Tatsächlich. «Ich komme jedes Jahr bei ihnen vorbei», sagt die Besitzerin.

Dann zeigt sich doch noch die Sonne. Sie wärmt nicht nur, sondern lässt auch all die Spiegel, Glaswaren und Kupferutensilien im besten Licht glänzen. Ideal um von Stand zu Stand zu bummeln.

«Wir haben eigentlich schon alles, aber das Stöbern gehört einfach dazu»

sagt eine Besucherin. Andere recherchieren mit dem Smartphone, ob die im Stil des Barocks gestaltet Lampe wirklich ihren Preis wert ist.

Unterdessen ist bei einem der rund 80 Stände eine lautstarke Diskussion wegen einer Motorensäge im Gange. Sie ist mit einem Preis von 95 Franken angeschrieben. «Dafür bekommst Du eine neue Markensäge», ereifert sich ein Mann, der seinem Kollegen den Kauf ausreden will.

Manch ein Kunde will nur die Hälfte bezahlen

Eine Erfahrung die Standbetreiber immer wieder machen, ist, dass Kunden versuchen, den Preis ins Bodenlose zu drücken. «Statt einen Franken wollen sie nur fünfzig Rappen bezahlen», sagt eine Verkäuferin.

Sie habe aber auch schon das Gegenteil erlebt. «Für ein Paar Holzskier, die mit 50 Franken angeschrieben waren, bezahlte mir ein Herr hundert Franken.» Sie mutmasst, dass der Käufer wusste, dass die Skier mehr Wert waren. «70 Franken ist das absolute Minimum, was ich für das Feuerwehrauto brauche», sagt ein Standbetreiber mehreren Müttern. Ihre rund sechsjährigen Buben hätten besagtes Tretauto erstanden.

Gafur hat zwar nicht die Tuba verkauft, ist aber ganz zufrieden damit, wie seine Geschäfte laufen. Nur, dass nach 13 Uhr ein erster Stand zusammenpackt, findet er nicht gut.

«Wenn einer frühzeitig beginnt einzupacken, kann das eine Kettenreaktion auslösen»

weiss er aus Erfahrung. Die Tube, meint er optimistisch, werde er schon noch verkaufen. «Vielleicht kurz vor der nächsten Fasnacht.»