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Das Ende der Auszeit der Frauenfelder Time-out-Klasse

Nach einem Jahr Unterbruch startet die Sekundarschule Frauenfeld wieder ein Time-out-Angebot. Das Ziel des pädagogischen Extrazugs ist weiterhin, schwierige Jugendliche wieder auf das Gleis Richtung ordentlicher Ausbildung zu bringen. Neu sind die Strukturen.
Stefan Hilzinger
Das neue Team der Frauenfelder Time-out-Klasse: Lehrer Christian Barlea, Schulleiterin Sibylle Flückiger, Lehrerin Petra Soller, Familiencoach Franz Schalk und Sozialarbeiterin Ursula Lenherr. (Bild: Stefan Hilzinger)

Das neue Team der Frauenfelder Time-out-Klasse: Lehrer Christian Barlea, Schulleiterin Sibylle Flückiger, Lehrerin Petra Soller, Familiencoach Franz Schalk und Sozialarbeiterin Ursula Lenherr. (Bild: Stefan Hilzinger)

Hier vermitteln die einen die Regeln von Algebra oder deutscher Grammatik, dort arbeiten die anderen am Verständnis für die Regeln des Zusammenlebens in der Gesellschaft. Dies sind die beiden Pole der Frauenfelder Time-out-Klasse. Die einen, das sind die Oberstufenlehrkräfte Christian Barlea und Petra Soller, und die anderen, das sind Sozialarbeiterin Ursula Lenherr und Familiencoach Franz Schalk. Die vier sind das neue Team, das die Time-out-Klasse per Anfang neuem Schuljahr am kommenden 12. August führt.

Nach einem Jahr Unterbruch bietet die Sekundarschule das Angebot für schwierige Oberstufenschüler wieder an – was schon länger bekannt war. Am Freitag nun stellten Schulpräsident Andreas Wirth und Behördenmitglied Denise Möller das neue Team vor. Nicht nur das Team ist neu, die Schulbehörde hat auch Anpassungen an den Strukturen gemacht. So sind künftig die Aufgaben von schulischer und sozialer Arbeit von den Personen her getrennt, wie Denise Möller erklärte. Möller weiter:

«Wir haben ein Expertenteam, das die vielfältigen Herausforderungen anpackt.»

Barlea und Soller verantworten den Fächerunterricht nach Thurgauer Lehrplan. Sie bringen mehrjährige Erfahrungen an Thurgauer Oberstufen- und Sonderschulen mit. Lenherr und Schalk decken den sozialpädagogischen Bereich ab. Lenherr war das vergangene halbe Jahr als schulische Sozialarbeiterin in Frauenfeld tätig. Familiencoach Schalk gehörte als einziger schon zum früheren Time-out-Team.

Der Einbezug von Familie und dem weiteren Umfeld der Jugendlichen sei entscheidend für das Gelingen der zwischen vier und sechs Monate dauernden Auszeit aus der Regelklasse, darin sind sich die Verantwortlichen einig. «Damit ein Time-out gelingt, braucht es viel Vernetzungsarbeit», sagt etwa Sozialarbeiterin Lenherr, die auch die Planungs- und Koordinationsarbeit verantwortet.

Eigene Stelle für Sozialarbeit geschaffen

Unter dem Strich hat die Schulbehörde den Stellenetat fürs Time-out um 20 Prozent aufgestockt, weitere 20 Prozent vom Pensum der Lehrkräfte (neu 160 Prozent) auf Sozialarbeit umgeschichtet und so die neue 40-Prozent-Stelle dafür geschaffen. Das wöchentliche Familiencoaching, jeweils montags, bleibt wesentlicher Teil des Time-out-Angebotes. «Es geht auch darum, die Eltern zu stärken. Vielfach sind es alleinerziehende Mütter», sagt Coach Schalk.

Bis zu acht Plätze

Das neue Team bereitet sich seit vier Wochen auf den Neustart der Frauenfelder Time-out-Klasse zu Beginn des neuen Schuljahres am 12. August vor. Ort des Geschehens ist weiterhin die Liegenschaft an der Lachenackerstrasse 10. Derzeit gibt es noch keine angemeldeten Schülerinnen oder Schüler. Platz hat es für bis zu acht Jugendliche. Das Angebot steht auch anderen Oberstufen offen. Anmeldungen sind ab dem 20. Juni möglich, wobei sich laut der Verantwortlichen mögliche Problemfälle meist erst im Laufe der ersten Wochen des Schulbetriebs abzeichnen. (hil)

Das Konzept zur Frauenfelder Time-out-Klasse und weitere Informationen zum Angebot gibt es unter www.schulen-frauenfeld.ch.

Das vorübergehende Aus des Time-outs auf Ende Schuljahr 2017/18 und der Abgang der langjährigen Time-out-Leiterin Franziska Stöckli waren von Nebengeräuschen begleitet. Schulpräsident Andreas Wirth ist sichtlich froh, nach strukturellen Anpassungen nun wieder starten zu können. «Wir haben gemerkt, dass das Angebot fehlt. Doch wir konnten die Zeit auch nutzen, um gutes Personal zu finden und Anpassungen am Konzept vorzunehmen», sagt er.

Timeout soll Perspektiven schaffen

Innerhalb der Frauenfelder Sek ist das Sonderangebot dem Oberstufenzentrum Ost (Felben) von Schulleiterin Sibylle Flückiger angegliedert. «Ich bin guten Mutes, dass die Time-out-Klasse ihre Ziele erreicht.» Denn das Ziel hat sich anders als die Strukturen nicht geändert: Jugendliche, die in der Regelklasse nicht mehr tragbar sind, wieder auf den Weg in Richtung einer ordentlichen Ausbildung bringen. «Ein Time-out soll Perspektiven schaffen», sagt Flückiger.

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