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Das Dream-Team der neuen Matzinger Kinderarztpraxis

Ende September hat in der Mühli Matzingen eine Kinderarztpraxis eröffnet. Die beiden Ärztinnen Erika Süess und Rita Selchow behandeln in ihrem Alltag aber nicht nur Kinder, sondern häufig ein Stück weit auch die Eltern.
Rahel Haag
Die Kinderärztinnen Erika Süess und Rita Selchow in einem Behandlungszimmer. (Bild: Andrea Stalder)

Die Kinderärztinnen Erika Süess und Rita Selchow in einem Behandlungszimmer. (Bild: Andrea Stalder)

Sie behandeln jeweils nicht nur eine Person. «Vielmehr ein ganzes System», sagt Rita Selchow und lächelt. Erika Süess nickt. Ende September eröffnete das Schlossberg Ärztezentrum in der Mühli in Matzingen eine Kinderarztpraxis. Hier teilen sich die beiden Ärztinnen ein 100-Prozent-Pensum.

Wenn Selchow von einem «System» spricht, meint sie die Familien. «Eltern wollen nur das Beste für ihr Kind», sagt sie. Manche würden dabei forscher auftreten als andere. Wieder lächelt sie. «Entscheidend ist es, Vertrauen aufzubauen», sagt Süess.

Eltern brauchen Bestätigung

Tendenziell würden Eltern mit ihren Kindern heute häufiger und schneller einen Arzt aufsuchen. Die Zahlen im ambulanten Bereich sind in den letzten Jahren stetig gestiegen. Selchow führt diesen Trend auf den gesellschaftlichen Wandel zurück. Der Druck auf die Eltern und Kinder steige.

«Eltern brauchen teilweise eine Rückbestätigung, dass sie alles richtig machen.»

Für Verunsicherung sorgten zusätzlich Kommentare von Bekannten oder Nachbarn à la «Damit musst du unbedingt zum Arzt», ergänzt Süess. Kollegin Selchow nickt.

Wobei es einen Unterschied gibt: «Auf dem Land warten Eltern wohl länger ab als in der Stadt», sagt Süess. Gerade in den ländlichen Regionen der Schweiz sind Kinderärzte teilweise Mangelware. Probleme hätten insbesondere die Ostschweiz und das Wallis.

«Dr. Google» verwirrt mehr, als dass er nützt

Immer häufiger komme es auch vor, dass Eltern bereits mit einer eigenen Diagnose in die Praxis kämen. Süess sagt:

«Im Internet kann man alles suchen.»

Dann müsse man den felsenfest Überzeugten erklären, dass ihr Kind nicht zwingend an der gelesenen Diagnose leide und gewisse Abklärungen daher auch nicht notwendig sind. «Die Eltern können die Suchergebnisse oft nicht einschätzen respektive interpretieren», sagt Selchow, «wie auch, ohne Hintergrundwissen.»

Die Eltern würden aber nicht nur von «Doktor Google», sondern auch von den Medien beeinflusst. «Impfungen sind immer ein grosses Thema», sagt Selchow. Gerade über die Zeckenimpfung werde häufig berichtet. «Die wollen praktisch alle, denn die Berichte schüren Ängste», fügt sie an.

Das Schlossberg-Ärztezentrum verfügt über drei Standorte

Das Schlossberg Ärztezentrum gründet auf einer Einzelpraxis, die 1957 an der Bahnhofstrasse in Frauenfeld eröffnet wurde. Die Praxisgemeinschaft Schlossberg entstand im Jahr 1991 am selben Ort. Im März 2015 folgte die Eröffnung der ersten Schlossberg-Satellitenpraxis in Islikon. Zwei Jahre später wurde der zweite Satellit in der Mühli in Matzingen eröffnet. Die drei Standorte sind miteinander vernetzt und arbeiten eng zusammen. Das Ärztezentrum Schlossberg gilt im Westthurgau als Kompetenzzentrum für ambulante medizinische Versorgung. Nebst Hausärzten arbeiten hier Kinderärzte und Spezialisten in Orthopädie, Kardiologie, Urologie, plastischer und Handchirurgie, Dermatologie, Gynäkologie sowie eine Wundspezialistin. (rha)

www.schlossberg-aerztezentrum.ch

Süess und Selchow lernten sich bereits am Kantonsspital Winterthur kennen. Dort arbeiteten sie während gut anderthalb Jahren zusammen als Oberärztinnen in der Neonatologie, sprich auf der Station für Neugeborene. «Wir haben schnell gemerkt, dass wir ähnliche Ansichten haben und als Team gut funktionieren», sagt Selchow. Die beiden Frauen lächeln sich an. Nicht nur medizinisch, auch bei anderen Dingen seien sie sich oft einig. «Ich könnte mir vorstellen, dass wir ähnlich erzogen wurden», fügt sie an. Dass die beiden gut harmonieren, spürt man sofort.

Vom Kantonsspital in Winterthur nach Matzingen

Gemeinsame Auffassungen und Ansichten seien denn auch unerlässlich, wenn man gemeinsam eine Praxis führe. Selchow arbeitet drei Tage die Woche, Süess die restlichen zwei. Sie sagt:

«Wir behandeln oft dieselben Patienten.»

Komme ein Kind Anfang Woche in die Sprechstunde zur einen Ärztin, übernehme eine allfällige Kontrolluntersuchung Ende Woche wahrscheinlich die andere. Schon während der Zeit in Winterthur hätten sie sich, einmal gemeinsam eine Praxis zu eröffnen, gut vorstellen können. Als Erika Süess dann das Angebot in Matzingen bekommen habe, sei sofort klar gewesen, dass Selchow ihre Partnerin werden soll. Die beiden Frauen schauen sich an und lachen.

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