40-Jahr-Jubiläum und vollendeter 19-Millionen-Ausbau: Trotzdem darf das Münchwiler Alterszentrum noch nicht feiern

Das Münchwiler Alterszentrum Tannzapfenland schliesst seinen Ausbau trotz Problemen pünktlich ab.

Olaf Kühne
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Verwaltungsratspräsident Othmar Häne, Zentrumsleiterin Renate Merk und Baukommissionspräsident Peter Büchi posieren vor dem dreigeschossigen Neubau mit 17 Alterswohnung; die dritte und letzte Etappe des Betriebskonzepts 2020.

Verwaltungsratspräsident Othmar Häne, Zentrumsleiterin Renate Merk und Baukommissionspräsident Peter Büchi posieren vor dem dreigeschossigen Neubau mit 17 Alterswohnung; die dritte und letzte Etappe des Betriebskonzepts 2020.

(Bild: Olaf Kühne)

Ohne Schutzmaske und frisch desinfizierte Hände gibt es keinen Zutritt zum Alterszentrum Tannzapfenland. Corona ist in der Münchwiler Einrichtung nach wie vor allgegenwärtig. Nicht nur im Medizinischen.

1979 eingeweiht, hätte das Altersheim vergangenes Jahr sein 40-Jähriges feiern können. «Weil wir aber wussten, dass wir unseren Ausbau 2020 pünktlich abschliessen können, hatten wir für diesen Sommer ein grosses Fest für beide Ereignisse geplant», sagt Verwaltungsratspräsident Othmar Häne.

An einer Medienorientierung berichtete sein Vorgänger und nach wie vor Baukommissionspräsident Peter Büchi, dass die termingerechte Fertigstellung des dreistufigen Ausbaus namens «Betriebskonzept 2020» alles andere als selbstverständlich ist. «Erst hatten wir einen Wasserschaden in der frisch fertiggestellten Demenzwohngruppe, dann einen Sturmschaden an Gerüst, Fassade und Sonnenkollektoren und schliesslich erhielten wir noch neue Auflagen zur Ableitung des Grundwassers, was uns alleine zusätzliche 500000 Franken kostete», blickt Büchi zurück.

Um so erfreulicher sei es deshalb, dass aus den 2014 bewilligten 18,7 Millionen Franken Baukredit eine voraussichtliche Bauabrechnung über 19,6 Millionen resultieren wird. «Dies ist nur möglich, weil alle Beteiligten einen super Job gemacht haben», lobt Büchi und meint damit nicht zuletzt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Alterszentrums – denn: «Sämtliche Aus- und Umbauarbeiten haben wir unter Vollbelegung des Zentrums ausgeführt, das war eine grosse Zusatzbelastung für unser Personal.»

Die zweigeschossige Demenzwohngruppe konnte bereits 2016 eingeweiht werden.

Die zweigeschossige Demenzwohngruppe konnte bereits 2016 eingeweiht werden.

(Bild: Olaf Kühne)

Die Tannzapfenland-Belegschaft war durch das Betriebskonzept aber nicht nur belastet, sie ist auch gewachsen – um 20 auf derzeit 140 Mitarbeitende. Am personalintensivsten dürfte dabei der erste Ausbauschritt sein: die 2016 eingeweihte Demenzstation.

Weniger sichtbar ist die zweite Ausbaustufe, die 2017 und 2018 realisiert wurde. «Wir mussten unsere Infrastruktur unserem Wachstum anpassen, bis hin zu grösseren Personalgarderoben», erklärt Peter Büchi. Von Weitem sichtbar ist hingegen der nun vollendete dritte und letzte Ausbauschritt: ein dreigeschossiger Bau mit 17 Alterswohnungen.

Sämtliche Bauten hat die Sirnacher Buvag realisiert. Den Architekten Raimondo Baumgartner und Matthias Romer sind dabei Gebäude gelungen, die modern wirken, sich dank dem Einsatz von Sichtbeton und roten Elementen dennoch gut in den bestehenden Komplex aus den 1970er-Jahren integrieren. Zudem hat das Alterszentrum durch die beiden Neubauten nun einen geschlossenen Innenhof erhalten, der sich mit Teich, Wasserspiel und Cafeteria nicht zu verstecken braucht.

Coronabonus für Mitarbeitende

Während die Mehrbelastung durch Bauarbeiten für das Tannzapfen-Personal also vorbei ist, bleibt die Bedrohung durch das Coronavirus vorläufig bestehen. Zentrumsleiterin Renate Merk berichtet von drei Todesfällen und zehn Infektionen unter den Bewohnern sowie sieben positiven Tests bei Mitarbeitenden. Letzteren gewährt der Verwaltungsrat nun für den «ausserordentlichen Einsatz» eine Prämie von 500 Franken. Und selbst auf das grosse Jubiläums- und Einweihungsfest müssen Bewohner und Mitarbeiter nicht verzichten: Es ist für Mai 2021 geplant.

Nach dem Abschluss der Bauarbeiten sind auch die Geissen ins Alterszentrum Tannzapfenland zurückgekehrt.

Nach dem Abschluss der Bauarbeiten sind auch die Geissen ins Alterszentrum Tannzapfenland zurückgekehrt.

(Bild: Olaf Kühne)
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