Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Das BBZ Arenenberg will alle Bauern bedienen können – deshalb mache die Umstellung des Gutsbetriebs auf Bio Sinn

Der Thurgauer SVP-Kantonsrat Manuel Strupler kritisiert, dass über die Umstellung des Gutsbetriebs zu wenig informiert worden ist. Arenenberg-Direktor Martin Huber widerspricht: «Als öffentlicher Betrieb informieren wir immer sehr breit und transparent.»
Larissa Flammer
Auf dem Betrieb in Tänikon verfügt das BBZ Arenenberg auch künftig über «normal» bewirtschaftete Flächen. (Bild: Andrea Stalder)

Auf dem Betrieb in Tänikon verfügt das BBZ Arenenberg auch künftig über «normal» bewirtschaftete Flächen. (Bild: Andrea Stalder)

Im Juni verkündete der Arenenberg per Medienmitteilung, dass er seinen Gutsbetrieb auf Biolandbau umstellt. Begründet wurde dies mit dem Auftrag des Bildungs- und Beratungszentrums, mit den Schul- und Versuchsbetrieben alle Landwirte mit Problemlösungen zu unterstützen – unabhängig von der Produktionsrichtung.

Manuel Strupler war überrascht, dass die Kantonsräte und Mitglieder der parlamentarischen Gruppe Landwirtschaft nie über diesen Schritt informiert wurden. Der SVP-Kantonsrat (Weinfelden) hat deshalb im letzten «Thurgauer Bauer» einen Leserbrief geschrieben.

Manuel Strupler. (Bild: Andrea Stalder)

Manuel Strupler. (Bild: Andrea Stalder)

Strupler verweist auf die Diskussion über das Neubauprojekt des Milchviehstalls auf dem Arenenberg. Im Grossen Rat gab es auch kritische Stimmen zum dafür nötigen Kredit. Damals seien die Kantonsräte von Arenenberg und Landwirtschaftsamt «immer wieder informiert und auch eingeladen» worden.

In Tänikon und Brunegg wird nicht umgestellt

Martin Huber, Direktor am Arenenberg, wehrt sich gegen den Vorwurf der fehlenden Information. Schon im Rahmen des Stallbauprojekts hätten immer wieder Kantonsräte angefragt, ob sich der Neubau auch für Bio eigne. «Das haben wir bejaht, der Neubau ist von der Produktionsform unabhängig.»

Die Umstellung auf Biolandbau bei einem Teil der vom Kanton bewirtschafteten Flächen sei eine logische Entwicklung nach der Übernahme des Betriebs in Tänikon. Bevor der Entscheid gefällt wurde, seien während zweier Jahre Gespräche mit Bauern geführt und deren Argumente abgeholt worden. Auch sei eine Teilumstellung des Betriebes in Tänikon geprüft worden. Huber sagt:

«Mit der Politik haben wir nicht gesprochen, weil sie keinen Entscheid treffen musste – im Gegensatz zum Kredit beim Stallprojekt.»

Der Entscheid zur Produktionsart betreffe nur die Branche.

An der Ausbildung der Landwirtschaftslehrlinge ändert sich nichts

Strupler, der den elterlichen Hof mitbewirtschaftet, gibt weiter zu bedenken, dass der Bioanteil im Thurgau klein sei. Der zur Landwirtschaftsschule gehörende Betrieb soll sich eher der Mehrheit anpassen.

Tänikon TG - Martin Huber, Direktor des LBBZ Arenenberg.

Tänikon TG - Martin Huber, Direktor des LBBZ Arenenberg.

Huber entgegnet: Der Verband Thurgauer Landwirtschaft habe die Umstellung verstanden und sie als nachvollziehbar kommentiert. «Wir wollen unsere Landwirtinnen und Landwirte unabhängig von der Produktionsform in der Aus- und Weiterbildung sowie der Beratung unterstützen und zusammenhalten.»

Das Hauptgewicht liege auf der «normalen» Bewirtschaftung, aber man wolle eben auch auf Bioflächen Demonstrationen anbieten können. Der Direktor sagt:

«Die Umstellung ist ein Tatbeweis für die Biobauern, dass wir ihre Anliegen noch ernster nehmen.»

An der Ausbildung der Landwirtschaftslehrlinge ändert die Umstellung nichts. Sie läuft weiter nach dem bisherigen Lehrplan.

Betriebsrechnung soll nach Umstellung besser sein

Zusätzliche Kosten hat die Umstellung des Gutsbetriebs auf Biolandbau keine zur Folge. Huber sagt: «Aufgrund der Situation auf dem Milchmarkt müssen wir zwar schauen, wie wir die Milch verkaufen können, aber der erzielte Preis wird dafür auf Bioniveau sein.» Die Erwartung ist, dass sich die Betriebsrechnung durch die Umstellung verbessert.

Für den neuen Milchviehstall wartet der Arenenberg zurzeit auf die Baubewilligung. Im Sommer hätte der alte Stall sowieso noch nicht abgerissen werden können. Huber erklärt:

«Wir durften die Schwalben nicht stören, die dort nisten.»

Wird das Wetter kälter, fliegen sie aus und ziehen nach Süden. Der neue Stall wird dort gebaut, wo jetzt der alte steht. 2,43 Millionen Franken sind für das Projekt im Budget des Kantons vorgesehen.

Situationsplan vom Arenenberg aus der Beilage zum Kantonsbudget 2019. Der geplante Neubau des Milchviehstalls ist rot eingefärbt. (Screenshot)

Situationsplan vom Arenenberg aus der Beilage zum Kantonsbudget 2019. Der geplante Neubau des Milchviehstalls ist rot eingefärbt. (Screenshot)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.