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Glosse

...dann hört der Spass auf

Südsicht Was wären wir bloss ohne Ortsparteien? Eine Frage, die sich weniger dringlich stellt, seit wir Gewerbevereine haben.
Olaf Kühne
Olaf Kühne

Olaf Kühne

Parteipolitik spiele auf Gemeindeebene keine Rolle, ist al­lent­hal­ben zu hören. Das stimmt so ziemlich, aber eigentlich eben doch nicht. Auf Gemeindeebene gehe es um die Sache. Das stimmt so ziemlich, aber eigentlich eben auch nicht. Ja, was denn nun? In der Gemeinde wird Politik gemacht. Und es gibt Ortsparteien. Die erledigen eine ordentliche Büez, sorgen ab und an aber auch für eine ordentliche Posse.

Und wenn Letzteres mal nicht die Ortsparteien bieten, gibt’s immer noch einen Gewerbeverein. Aber der Reihe nach. In Münchwilen tritt eine Gemeinderätin aus der SVP aus, weil ihr die Ortspartei die Unterstützung für die Gesamterneuerungswahl versagt hatte. Tönt ernst und ist es auch. Denn die abtrünnige Gemeinderätin hatte den Parteigrillabend geschwänzt. Und dies just in jenem Jahr, in dem Andreas Glarner – Sie wissen schon – die nationale Cervelat-Offensive ausrief.

In Fischingen wiederum haben sich die Ortsparteien super doll lieb – auch intern, was man so hört. Selbst die Grünen sind zuhinterst im Tannzapfenland gut gelitten. Ausser natürlich, sie kandidieren für den Gemeinderat. Dann hört der Spass auf. Ansonsten aber: Harmonie pur. Um aber der Öffentlichkeit trotzdem mal wieder etwas Zündstoff zu liefern, haben die Fischinger vergangenes Jahr einen Gewerbeverein gegründet. Und der hat seinen Auftrag erfüllt: mit Anlauf in den Fettnapf.

Böse gemeint war’s nicht, ist es eigentlich nie. Im zweiten Wahlgang für den Gemeinderat unterstützten die Arbeitgeber nicht den Arbeitgeber, sondern den Arbeitnehmer. Nur ein paar Buchstaben Unterschied zwar, aber halt doch nicht dasselbe. Gut, wenigstens einer von der FDP, also immerhin kein Linker. Trotzdem irgendwie komisch. Hatte eben was mit zeitlicher Abfolge und Loyalität und so zu tun. Gewählt wurde dann doch der Gewerbler von der CVP.

Von der Partei also, die sich am selben Wochenende bei den Nachbarn im Kanton Zürich gerade so mit Ach und Krach auf tiefem Niveau halten konnte, während die Christdemokraten in Fischingen wieder zur absoluten Hausmacht wurden: drei von fünf Sitzen im Gemeinderat. Potz Blitz, könnte man sagen, würde denn Parteipolitik auf Gemeindeebene eine Rolle spielen.

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