Klubwechsel

Daniel Hubmann wird Berner – zumindest auf internationaler Ebene

Der Thurgauer Orientierungsläufer ist in einen der grössten Transfers im Schweizer OL-Sport involviert. Er schliesst sich dem Berner Klub OL Norska an. Der OL Regio Wil bleibt Daniel Hubmann trotzdem treu.

Jörg Greb
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Geballte Schweizer OL-Power: Daniel Hubmann (Mitte) tritt künftig im Team von OL Norska mit Jonas Egger (links) und Joey Hadorn (rechts) an.

Geballte Schweizer OL-Power: Daniel Hubmann (Mitte) tritt künftig im Team von OL Norska mit Jonas Egger (links) und Joey Hadorn (rechts) an.

Bild: Remo Ubezio/Atelier Ubezio/PD

Seit gut zehn Jahren lebt der Hinterthurgauer Daniel Hubmann in Bremgarten bei Bern – verheiratet, mittlerweile als zweifacher Familienvater. Hier fühlt er sich zu Hause und vernetzt. Verankert geblieben aber ist der achtfache Weltmeister und sechsfache Gesamtweltcupsieger in seiner alten Heimat. Noch immer läuft der Eschliker für die OL Regio Wil. Der Thurgauer Kilian Imhof ist sein Coach geblieben, mittlerweile auch in der Funktion des Nationaltrainers. Eine Änderung gibt’s für Hubmann aber trotz der Konstanz. Auf nächstes Jahr hin hat sich der 37-Jährige der OL Norska angeschlossen, einem Berner Verein.

Ein Bruch mit seiner alten Heimat? «Keineswegs», sagt Daniel Hubmann. «Auf nationaler Ebene bleibt alles beim Alten.» Dort kämpft er weiterhin im dunkelblauen Dress der OL Regio Wil um Schweizer-Meister-Titel. Der Wechsel ins «Raskt Tog Team», auf Deutsch «Schnellzugteam», der OL Norska bezieht sich ausschliesslich auf die internationale Klubebene. Da ist er zuletzt mit dem finnischen Verein Koovee Tampere bei den grossen und prestigeträchtigen Staffeln gestartet. «Nach vielen Jahren bei skandinavischen Klubs erachte ich den Zeitpunkt aber als ideal, um zurückzukehren und mit einem Team aus meiner Wohnregion zu starten.» Auch andere Toporientierungsläufer gehören wegen der Staffel- und Trainingsmöglichkeiten einem Zweitverein aus einem nordischen Land an.

Atelier UBEZIO

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Remo Ubezio

Auf Klubebene fehlt ein Schweizer Erfolg

Der Klubwechsel signalisiert, dass Daniel Hubmann nochmals ein neues Kapitel aufschlagen will. «Der Enthusiasmus bei der OL Norska ist spürbar und ich bin überzeugt, dass dies auch einen Einfluss auf meine Motivation hat», sagt er. Gekoppelt ist diese Perspektive ans Streben nach Erfolg. «Die Schweizer OL-Szene hat schon alles gewonnen, doch auf Klubebene fehlt ein internationaler Erfolg. Jetzt wollen wir aufs Podest laufen.» Ein 20. Rang (2017 von der OL Norska realisiert) war bislang das beste Schweizer Resultat an einer Jukola, dem alljährlichen internationalen Staffelwettbewerb in Finnland. Dank Hubmanns Zuzug und durch die Fortschritte der jungen Vereinsmitglieder – allen voran Aufsteiger Joey Hadorn – ergibt sich nun die Perspektive für deutliche Steigerungen. Zudem stösst mit Jonas Egger ein weiterer Nationalkaderläufer zum Team.

Ambitionen in diese Richtung bestehen seit langem. Die visionäre Idee stammt von den zwei Berner Freunden Bruno Haldemann und Daniel Hadorn, beide Vorstandsmitglieder der OL Norska. Bei den Frauen gelang dem «Schnellzugteam» die Umsetzung bereits 2017 an der traditionellen Jukola-Staffel. Für das Quartett Sabine Hauswirth, Sarina Jenzer (heute Kyburz), Silje Ekroll Jahren und Simone Niggli resultierte Rang zwei. Nun sollen die Männer nach­ziehen.

Atelier UBEZIO

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2021 in Rovaniemi gilt es erstmals ernst

«Wir blicken dem kommenden Jahr voller Freude entgegen», sagen Bruno Haldemann und Daniel Hadorn. Sie bauen dank des Königstransfers auf den Fähigkeiten von Daniel Hubmann auf, ebenso aber auf der Breite des Kaders. Die nächste Austragung der Jukola ist im Juni 2021 in Rovaniemi geplant, der Ortschaft nördlich des Polarkreises. Auf das Abenteuer freut sich auch Daniel Hubmann: «Das wird spannend. Das motiviert.»