Damit das Familienfest nicht ganz ausfällt, gehen Frauenfelder Konfirmanden am Sonntag auf Sendung

Konfirmanden von Pfarrer Hansruedi Vetsch aus Frauenfeld strahlen am Muttertag einen gemeinsam erarbeiteten Gottesdienst aus.

Stefan Hilzinger
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Pfarrer Haru Vetsch schneidet den Gottesdienst für den 10. Mai am Bildschirm zusammen.

Pfarrer Haru Vetsch schneidet den Gottesdienst für den 10. Mai am Bildschirm zusammen.

(Bild: Stefan Hilzinger)

«Jetzt isch guet…» – «Chum emol!» Endlich sind alle 17 Konfirmandinnen und Konfirmanden auf dem Bildschirm zu sehen. Dann beginnen sie zaghaft gemeinsam das Vaterunser zu sprechen, unterstützt von Pfarrer Hansruedi «Haru» Vetsch. Der 10. Mai hätte für die Jugendlichen aus dem Pfarrkreis Stadt-Huben den Höhepunkt ihres bisherigen Kirchenlebens werden soll. «Die Konfirmation ist so etwas wie eine Diplomfeier», sagt Pfarrer Vetsch. Doch nun finden keine Konfirmationen im Thurgau statt. Verschoben auf unbestimmt wegen Corona.

«Der Götti aus Kanada war schon längst eingeladen. Nun kann er nicht anreisen. Und ein gemeinsames Essen mit Grosseltern und Paten gibt es auch nicht.»

Anderthalb Jahr bereiten sich die jungen Menschen auf den Tag vor, mit Besuch von Jugendgottesdiensten und Konfirmationsunterricht. Der fiel nun wegen Corona ebenfalls aus. Doch Vetsch, der von sich sagt, er sei «ziemlich technikaffin», verlegte den dienstäglichen Konf-Unti sogleich ins Internet. «Zoom» heisst eine der Plattformen für Videokonferenzen, die in dieser Zeit besonders gefragt sind.

Und in solchen Zoomsitzungen entsteht der besondere Gottesdienst der Konfirmandenklasse von Pfarrer Vetsch. Eine Gruppe Konfirmandinnen begrüsst die Gäste, weitere Wortbeiträge der Konfirmanden werden zu sehen sein. In Gruppenarbeiten erörterten die Konfirmanden, wie sie die aktuelle Zeit erleben und was sie aus dieser Zeit gelernt haben.  «Es ist toll, wie alle 17 mitziehen und sagen: ‹Moll, mir mached das!›.» Vetsch hat eine Liturgie aufgestellt, zu der er die Predigt beisteuert und zu der auch das gemeinsame Vaterunser gehört.

Virtuell Gemeinschaft entstehen lassen

Der Gottesdienst am 10.Mai wird nicht live übertragen, wie in den vergangenen Wochen üblich, sondern als fertiger Film ausgestrahlt. Auf Pfarrer Vetsch wartet noch viel Schnittarbeit. «Wir hoffen nun natürlich, dass Geschwister, Grosseltern, Gotte und Götti sich den Gottesdienst zeitgleich anschauen werden», sagt er.

So könne dennoch Beziehung entstehen an diesem besonderen Tag und die Familie wenigstens virtuell zusammenkommen. Schlusspunkt bildet das Lied «Surfer» der Schweizer Band Hecht, worin es um Lebensträume geht, unterlegt mit Kindheitsbildern der 17 Jugendlichen.

Hinweis:
Am Sonntag, 10. Mai, 10 Uhr, auf www.evang-frauenfeld.ch/veranstaltung/51969