Cyberkriminalität
Sicher unterwegs im Internet: Die Kantonspolizei Thurgau informiert über Gefahren im Netz

Rund zwei Dutzend Personen nahmen am Dienstagabend im Gemeindesaal Platz, um dem Vortrag der Kantonspolizei Thurgau zu lauschen. Das Thema: Cyberkriminalität und wie man sich dagegen schützt.

Kurt Lichtensteiger
Drucken
Teilen
Den Vortrag über Cyberkriminalität hält Daniel Meili von der Kriminalprävention.

Den Vortrag über Cyberkriminalität hält Daniel Meili von der Kriminalprävention.

Bild: Kurt Lichtensteiger

Zum Vortrag eingeladen hatte die Gemeinde Aadorf schon vor anderthalb Jahren. Zwar bewirkte die Pandemie einen Aufschub, dennoch büsste das Thema an Aktualität nichts ein. Ob Corona, eine gewisse Angst vor Cybercrime oder der Championsmatch auf den Besuch gedrückt hatten, lässt sich kaum beurteilen. Fakt ist: Daniel Meili von der Kriminalprävention der Kantonspolizei Thurgau weckte mit seinen aufschlussreichen Ausführungen das Interesse der Zuhörerschaft:

«Man muss davor nicht mehr Angst haben als vor einem Handtaschenraub. Die Kriminellen benutzen einfach andere Mittel.»

Man soll nicht alles, was im Internet steht oder geschrieben wird, glauben und aufmerksam und kritisch bleiben, um nicht in eine Falle zu tappen. Dies war seine Kernbotschaft.

Immer die gleichen Maschen

In einem einstündigen Referat folgten Ausführungen zu Cybercrime, dem Angriff gegen Computer und Internet, sowie zur digitalisierten Kriminalität. Anschauliche Fallbeispiele zu klassischen Delikten machten hellhörig. Die Maschen würden sich immer wieder gleichen. So etwa bei versprochenen Lottogewinnen. Dabei hätten die Gauner nur die Gier nach Geld im Fokus. Deshalb müsse den professionell Tätigen die Aufgabe schwer gemacht werden. Man könne auch auf die Hilfe der Polizei zählen. Unterstrichen hat dies die Statistik: Im Jahr 2021 wurden 17 Fälle mit einer Deliktsumme von 1,6 Millionen Franken aufgedeckt.

Meili warnte vor den Versprechen zu schnellem Geld ohne Verlust. Man solle niemandem Geld anvertrauen, den man nicht persönlich kennt. Von Bitcoins hielt er nichts und von Online-Shopping wenig. Sich als Schnäppchenjäger zu fühlen, führe oft ins Verderben. Unrealistische Preise und unseriöse Anbieter müssten ein Warnsignal sein. Eine Überprüfung der Identität und eine persönliche Übergabe können Schlimmeres verhüten.

Dass hungrige Herzen oft offene Herzen sind, die bei Internet-Partnerbörsen hereinfallen, passiere trotz offensichtlichen Betrugs immer wieder. «Augen auf» gelte auch bei sogenannten Phishing-E-Mails. Sich bei der Meldung «zweimal bezahlt» nicht ins Bockshorn jagen zu lassen, war ein weiterer Tipp. Und dazu noch ein ganz handfester: Schlaue Passwörter verwenden, um Datendiebstahl zu verhindern.

Ein gutes Passwort bestehe etwa aus zwölf Zeichen inklusive Ziffern, Gross- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen. Um sich diese zu merken, hilft eine Eselsleiter: Aus einem gemerkten Satz wie «Meine Tochter Sibylle hat am 20. August Geburtstag!» ergibt sich folgendes Passwort: MTSha20.AG! «Nicht schlecht und gut zu merken», schien der Tenor bei der Zuhörerschaft zu sein.

Aktuelle Nachrichten