Coronavirus: Thurgau stockt Contact-Tracing weiter auf

Die Lungenliga Thurgau beschäftigt unterdessen 86 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche das Infektionsgeschehen nachverfolgen sollen. Die Abläufe und die Strukturen werden sodann einer Reorganisation unterzogen.

Sebastian Keller
Drucken
Teilen
Eine Mitarbeiterin einer Contac-Tracing-Zentrale des Kantons Zürich.

Eine Mitarbeiterin einer Contac-Tracing-Zentrale des Kantons Zürich.

Ennio Leanza / KEYSTONE

Das Contact-Tracing, das die Infektionsketten nachverfolgt, wurde im Thurgau weiter aufgestockt. Das ist im neuen Lagebericht des Fachstabs Pandemie zu lesen. Mittlerweile stehen 86 Mitarbeiter im Sold der Lungenliga Thurgau sowie zehn Angehörige des Zivilschutzes. Vor einer Woche zählte die Lungenliga 66 Mitarbeitende für das Contact-Tracing.

Die Auslastung wird weiterhin als sehr hoch beschrieben. Es müsse eine Priorisierung vorgenommen werden. Dazu zählen der Grundauftrag: Mitteilen der Quarantäne- und Isolationsanweisung sowie die Nachverfolgung von Kontaktpersonen. Wie dem Lagebericht weiter zu entnehmen ist, werden die Strukturen und Abläufe reorganisiert.

Die Hotline des Kantons, die während sieben Tagen die Woche allgemeine Fragen zu Corona beantwortet, nahm etwas weniger Anfrage entgegen. So waren es in der neuesten Woche 1407, in der Vorwoche 1782.

Mittlerweile 36 Todesfälle wegen Corona

Auch zur Auslastung der Spitalkapazität macht der Lagebericht Aussagen. So ist nach wie vor die Rede von einer guten Verfügbarkeit von Spitalkapazitäten für die Aufnahme von Patienten. Laut Twitter-Eintrag des Kantons sind aktuell 41 Personen hospitalisiert, sieben davon auf der Intensivstation. An der Folge der Pandemie sind bisher 36 Personen verstorben, was gegenüber Montag einem Plus von fünf entspricht. Im Lagebericht macht der Fachstab Aussagen zu den Todesfällen bis Montag: Seit dem 6. März starben 1 Prozent der positiv getesteten Personen, davon 20 im Spital und 11 in einem Pflegeheim.


Am Dienstag vermeldete der Kanton 96 neue Coronafälle. Damit stieg die Zahl seit März auf 3259. Auch wenn auf der Grafik der Dienststelle für Statistik die Kurve Anzeichen einer Abflachung zeigt, ist es für die Beurteilung einer Trendwende noch zu früh. Interessant ist ein Blick auf die Anzahl negativer Tests: So erhielten in den vergangenen 14 Tagen 7675 einen negativen Test, im gleichen Zeitraum wurden 1826 Personen positiv getestet.

Bezirk Weinfelden mit den meisten Coronafällen

Der Bezirk Weinfelden verzeichnet seit Beginn der Pandemie am meisten Fälle: 782 können diesem Bezirk zugeordnet werden. Mit 254 neuen Fällen in den letzten Tagen ist Arbon an der Spitze. Das gilt auch für die Hochrechnung auf 100000 Einwohner.

Das Virus verschont kaum eine Gemeinde: So wurde in den letzten 14 Tagen in 79 der 80 Thurgauer Gemeinden mindestens eine Person positiv auf das Virus getestet. Relativ (auf 100000 Einwohner hochgerechnet) verzeichnet die Gemeinde Tobel-Tägerschen am meisten Fälle, absolut waren es 35. Absolut am meisten Fälle der vergangenen 14 Tage sind in Frauenfeld (149 Fälle) zu verorten.