Coronavirus
Täglich helfen im Schnitt 20 externe Pflegefachleute bei der Spital Thurgau aus

Kliniken – auch private – müssen zur Bewältigung der Coronalage den Thurgauer Kantonsspitälern helfen. Das klappt gut, sagt Spital-CEO Marc Kohler. Die externen Fachpersonen betreuen primär «normale» Patienten, damit das Spitalpersonal mehr Zeit für Coronapatienten hat.

Larissa Flammer
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Coronapatienten auf Intensivstationen (hier im Zürcher Stadtspital Triemli) brauchen aufwendige Pflege und Betreuung.

Coronapatienten auf Intensivstationen (hier im Zürcher Stadtspital Triemli) brauchen aufwendige Pflege und Betreuung.

Bild: Gaëtan Bally/Keystone

Als die Coronafallzahlen im Thurgau Anfang Dezember wieder steil nach oben zeigten, griff Gesundheitsdirektor Urs Martin ein. Die beiden Kantonsspitäler und das Herz-Neuro-Zentrum mussten zusätzliche Intensivbetten für Coronapatienten bereitstellen. Um diese zu betreuen, müssen seither sämtliche Kliniken im Kanton – etwa Psychiatrische oder Rehakliniken – der Spital Thurgau bei Bedarf Personal zur Verfügung stellen.

Marc Kohler

Marc Kohler

Bild: Andrea Stalder

«Es ist sehr erfreulich, wie sich die Spitäler und Kliniken im Thurgau in diesen schwierigen Rahmenbedingungen und teilweise extremen Belastungen über viele Wochen gegenseitig unterstützt haben», bilanziert Spital-CEO Marc Kohler auf Anfrage. Dass die Kliniken den Kantonsspitälern Personal zur Verfügung stellen, klappe problemlos.

Vor allem Pflegefachpersonen werden gebraucht

Im Schnitt seien jeden Tag etwa 20 Mitarbeitende verschiedener Kliniken bei der Spital Thurgau im Einsatz – allerdings handle es sich teilweise um wechselnde Personen. Fast ausschliesslich sind die Kantonsspitäler auf externe Pflegefachpersonen angewiesen. Bis jetzt wurde nur ein externer Arzt eingesetzt, sagt Kohler.

Einerseits arbeitet ausgeliehenes Fachpersonal auf den Isolations- und Intensivstationen. Andererseits hat die Spital Thurgau aber auch eigene diplomierte Pflegefachpersonen aus den Normalstationen in die beiden Intensivstationen verschoben und mit externen Mitarbeitenden die Normalstationen «aufgefüllt». Das Personal aus anderen Kliniken wird also primär für den normalen Betrieb eingesetzt, damit sich die Spitalangestellten mehr um die Coronastationen kümmern können.

Personalplanung muss kurzfristig angepasst werden

Die Personalplanung zur Aufbietung externer Fachpersonen machen die Kantonsspitäler eine bis zwei Wochen im Voraus. Mit Blick auf die schwankenden Coronazahlen sagt Kohler: «Diese kann und muss jeweils kurzfristig angepasst werden.»

Diese Schwankungen würden in erster Linie über die Mitarbeitenden der Spital Thurgau aufgefangen werden. Kommt es trotzdem vor, dass plötzlich zu viel Personal da ist, weil sich die Coronalage kurzfristig entspannt hat? «Bis jetzt weniger», sagt Kohler.

«Und wenn, sind fast alle heilfroh, wenn sie nach diesen vielen anstrengenden und auch psychisch belastenden Wochen wieder einmal einen Tag frei haben können.»