Fremde Hunde und Katzen besser nicht streicheln: Das Virus kann an Fell oder Halsband haften bleiben und so übertragen werden

Jetzt gilt: Lieber nicht streicheln. Auch Tiere können das Coronavirus übertragen. Die Viren können an der Leine, am Halsband oder an dem Tier selbst haften bleiben und so beim Streicheln auf andere Personen übertragen werden.

Chiara Arba
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Auch, wenn er noch so herzig aussieht: Einen fremden Hund sollte man in der jetzigen Zeit nicht streicheln.

Auch, wenn er noch so herzig aussieht: Einen fremden Hund sollte man in der jetzigen Zeit nicht streicheln.

Bild: Andrea Stalder

Hände weg: Von fremden Katzen und Hunden sollte man während der Coronakrise die Finger lassen. Tierärzte appellieren vor allem an Hundebesitzer, zu schauen, dass der Kontakt mit anderen Menschen so gering wie möglich gehalten wird. Denn: Es besteht die Gefahr, dass das Coronavirus über die Vierbeiner verbreitet werden kann.

Die Viren können etwa an der Leine haften bleiben

«Wenn ein Tier bei einer erkrankten Person lebt, muss es trotzdem nach draussen gehen können. Das Risiko ist, dass die Viren an der Leine oder an dem Tier selbst haften bleiben und so beim Streicheln auf andere Personen übertragen werden», sagt der Tierarzt Christian Scherrer von Animaldoc in Weinfelden.

Den Kontakt zu Haustieren, die die Viren auf sich tragen könnten, möglichst zu unterlassen, empfiehlt auch Lisa Goldinger, Tierärztin bei Tezet AG in Müllheim. Wenn der Besitzer schon erkrankt ist, sollte das Tier auch nicht in Obhut einer Drittperson gegeben werden, findet Goldinger. Denn auch dann können die Viren nach aussen getragen werden.

Die Schwierigkeit liegt nun darin, ausreichend für das Tier zu sorgen, ohne grosse Gefahr für die Mitmenschen darzustellen. Lisa Goldinger sagt:

«Die erkrankten Besitzer sollten gut aufpassen, dass sie ihre Mitmenschen vor einer Ansteckung schützen, indem sie ihre Tiere von anderen Spaziergängern fernhalten.» 

Abstand halten auch in der Tierpraxis

Scherrers Empfehlungen im Allgemeinen Umgang mit fremden Tieren sind, die Hygienevorschriften zu beachten und den nahen Kontakt zu ihnen zu meiden. Er verweist auf die Website des Tierspitals Zürich. Dort ist genau erklärt, wie der Umgang mit den Tieren am besten gehandhabt wird und welche Vorsichtsmassnahmen nötig sind. Nach dem unvermeidlichen Kontakt zu seinem Haustier wird geraten, die Hände zu waschen und desinfizieren.

Für das Tier selbst gibt es keine verstärkten Massnahmen, die zu treffen sind. Die Spielzeuge, Näpfe und Liegeplätze sollten im Moment einfach vermehrt gereinigt werden. Das Tier sollte weder im Bett noch im Schlafzimmer übernachten und vor allem ist wichtig, keinen «Maul-zu-Mund»-Kontakt mit dem Tier zu haben. Die Viren können auch an den Schleimhäuten der Tiere haften bleiben und sich somit übertragen.

Das Virus ist nicht ganz gleich

Das Coronavirus stammt aus der Familie Coronaviridae und verursacht die Erkrankung Covid-19. Andere Coronaviren aus derselben Familie der Coronaviridae können unter anderem Säugetiere, Vögel und Fische infizieren. Das Virus der Tiere ist klar vom menschlichen Virus Covid-19 zu unterscheiden. Veränderungen des menschlichen Virus könnten jedoch auch auf die Tiere übergehen, weshalb die Lage stets beobachtet und überprüft wird. (ca)

Bis jetzt musste Christian Scherrer in seiner Praxis in Weinfelden nicht viel Auskunft über die Gefahr der Ansteckung mit Haustieren geben. Auch in der Müllheimer Tezet AG hat es nicht viele Anrufe gegeben. «Anfangs haben sich viele informieren wollen, mit der Zeit beruhigten sich die Leute», sagt Goldinger. In der Praxis versuchen die Tierärzte, Abstand zu den Besitzern zu halten, doch zu den Tieren sei es unmöglich.

«Wir versuchen die notwendigsten Sicherheitsmassnahmen zu treffen, um uns nicht anzustecken, aber trotzdem für die Tiere wie sonst da sein zu können.» Man solle sich nicht verrückt machen lassen, «denn zu 100 Prozent schützen kann man sich nicht», sagt Lisa Goldinger.