Coronavirus
Das Thurgauer Impfschiff hat in Kreuzlingen angelegt ‒ Verantwortliche sind mit dem schwimmenden Impfzentrum zufrieden

Nach einer Woche in Romanshorn befindet sich die MS Thurgau für die nächsten zwei Wochen im Hafen von Kreuzlingen. Bis Dienstagmorgen erhielten 869 Personen einen Piks auf dem schwimmenden Impfzentrum.

Sebastian Keller
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Das Impfschiff im Hafen Kreuzlingen, hier bleibt es bis zum 21. Februar 2021.

Das Impfschiff im Hafen Kreuzlingen, hier bleibt es bis zum 21. Februar 2021.

Bild: Kevin Roth

Das Thurgauer Impfschiff hat den zweiten Hafen angelaufen. Nach einer Woche in Romanshorn liegt die MS Thurgau nun für zwei Wochen im Hafen von Kreuzlingen. Nebenan der Seeburgpark, Konstanz in Sichtweite. Der Start in Kreuzlingen sei «sehr gut» verlaufen, sagt Thomas Walliser Keel vom kantonalen Informationsdienst. «Die Rückmeldungen der Geimpften sind sehr positiv.» Zum Fazit der ersten Impfwoche auf See befragt, antwortet er: «Die Abläufe funktionieren reibungslos und die Patientinnen und Patienten sind sehr zufrieden.»

869 Personen haben bisher ihr Vakzin auf dem Schiff erhalten; total hat der Kanton Thurgau bisher 13'731 Dosen verimpft. Auf dem Schiff wird nur der Impfstoff des US-Herstellers Moderna verabreicht. Im Vergleich zum zweiten in der Schweiz zugelassenen Impfstoff ist er logistisch weniger anspruchsvoll.

Die MS Thurgau im Hafen von Kreuzlingen.

Die MS Thurgau im Hafen von Kreuzlingen.

Kevin Roth

Die Termine auf dem Impfschiff in Kreuzlingen sind bereits restlos ausgebucht. «In Arbon hat es noch ein paar wenige Termine», sagt Walliser Keel. Momentan ist die Impfung Personen ab 75 Jahren sowie Risikopersonen vorbehalten. Ab 22. Februar legt die MS Thurgau für eine Woche in Arbon an. Ab März nimmt das Schiff erneut Kurs auf Romanshorn, Kreuzlingen und Arbon. Es bringt die zweiten Impfdosen zu den Leuten.

Ob das Impfschiff auch im April oder später beansprucht wird, werde «aktuell geprüft». Zum Start der Impfkampagne hatte der Kanton mitgeteilt, ein drittes Impfzentrum käme im Raum Weinfelden zu stehen. Doch davon sieht man derzeit ab. «Aufgrund der knappen Impfstoffkapazitäten macht ein Ausbau der Impfkanäle aktuell keinen Sinn», begründet Walliser Keel. Es beständen jedoch Pläne, die Kapazitäten auszubauen, «sobald genügend Impfstoff vorhanden ist».

Das einzig stationäre Impfzentrum des Kantons befindet sich auf dem Oberen Mätteli unterhalb des Thurgauer Staatsarchivs in Frauenfeld. Dort wird weiterhin «grundsätzlich» auch am Wochenende geimpft. «Sofern genügend Impfstoff vorhanden ist.» Walliser Keel verweist darauf, dass Planung und Ablauf der Impfaktion stark vom verfügbaren Impfstoff abhängig seien. Die Situation sei momentan «sehr volatil».

Der Impfstoff von Moderna auf dem Impfschiff.

Der Impfstoff von Moderna auf dem Impfschiff.

Bild: Donato Caspari (Romanshorn, 2. Februar 2021)

Das hatte auch Auswirkungen auf die Impftermine: «Aktuell musste aufgrund der Impfstoffknappheit die Zahl der Erstimpfungen im Impfzentrum in Frauenfeld wie auch auf der MS Thurgau reduziert werden.» Ziel sei es jedoch, keine Termine wegen Impfstoffmangels verschieben zu müssen.

Seit dieser Woche können auch Hausärzte in 30 Thurgauer Praxen mit dem Impfen loslegen. Sie erhalten vorerst 3000 Impfdosen; die Dosen für die Zweitimpfungen im gleichen Umfang hat ihnen der Kanton zugesichert.

Der Impfstoff ist zwar knapp, nicht aber die mediale Resonanz. Vor allem die Eröffnung des Impfschiffs im Beisein von Bundesrat Alain Berset warf hohe Wellen. In Print und online seien bisher über 120 Artikel mit dem Stichwort Impfschiff und MS Thurgau erschienen, weiss der Informationsbeauftragte des Kantons. Eingerechnet sind nur grössere Schweizer Medien.