Coronavirus
Autowaschen am Stephanstag: Kantonspolizei Thurgau zeigt Betreiber von Waschanlagen an – Lage in den Spitälern weiterhin angespannt

Die Spitäler im Thurgau sind auch über die Festtage intensiv gefordert. Der Fachstab Pandemie will die Entwicklung rund um die Coronafallzahlen am Montag analysieren, wie Gesundheitsdirektor Urs Martin auf Anfrage sagt. Die Kantonspolizei Thurgau vermeldet einige Einsätze wegen Corona.

Sebastian Keller
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Pflegepersonal kümmert sich auf der Intensivstation im Kanton Bern um einen Covid-19-Patienten.

Pflegepersonal kümmert sich auf der Intensivstation im Kanton Bern um einen Covid-19-Patienten.

Bild: Peter Schneider/ Keystone

Wie sich die vergangenen Festtage auf die Coronafallzahlen auswirken werden, zeigen wohl erst die nächsten Tage. Der Thurgauer Gesundheitsdirektor Urs Martin verweist auf Anfrage auf die Sitzung des Fachstabes Pandemie, die am Montag stattfindet.

Eine Aussage kann er aber bereits am Sonntag machen: «Die Lage in den Spitälern ist weiterhin angespannt.» Aktuell befinden sich laut dem Thurgauer Gesundheitsdirektor 122 Covid-19-Patienten in Spitalpflege, 22 davon auf der Intensivstation. Am 25. Dezember vermeldet der Kanton auf Twitter die Zahl von 23 Personen, die intensivmedizinisch behandelt werden müssen. Insgesamt waren 106 Personen wegen Corona hospitalisiert.

Bis Weihnachten wurden im Thurgau insgesamt 11'152 positive Coronafälle gezählt. Gegenüber dem Vortag entspricht das einem Plus von 127 Fällen.

Bei der Entwicklung der Pandemie beäugen die Verantwortlichen nicht ausschliesslich die täglichen Fallzahlen. Ein besseres Bild über den Trend bietet der 7-Tage-Durchschnitt. Dieser Wert lag am 21. Dezember bei 158; am 16. Dezember war er bei 195 Fällen. Ob die Trendwende damit eingeleitet werden konnte, ist allerdings noch nicht klar.

Der 7-Tage-Durchschnitt ist zuletzt leicht gesunken.

Der 7-Tage-Durchschnitt ist zuletzt leicht gesunken.

statistik.tg.ch

Die kurz vor Weihnachten bekanntgegebene Zulassung des ersten Corona-Impfstoffes wird unterdessen getrübt durch die Nachricht einer hochinfektiösen Virusvariante, die in Grossbritannien ihren Ursprung haben soll. Das mutierte Virus – eine Art Turbovariante – konnte unterdessen in der Schweiz nachgewiesen werden. Wie die «NZZ am Sonntag» berichtete, sind drei Personen mit dem neuen Virus infiziert aus Grossbritannien in die Schweiz eingereist. Ein Fall betrifft Zürich, einer Graubünden und einer das Fürstentum Liechtenstein. Ist eine infizierte Person auch in den Thurgau gereist? «Dazu können wir im Moment nichts sagen», antwortet Urs Martin auf eine entsprechende Frage.

Polizei ist gefordert

Der Bundesrat verordnete kurz vor Weihnachten eine Art Mini-Lockdown, um die Pandemie einzudämmen. So dürfen beispielsweise Restaurants bis zum 22. Januar nicht mehr öffnen. Auch Museen und Freizeitanlagen wie Fitnesscenter müssen geschlossen bleiben. Zudem gilt ein Veranstaltungsverbot. Letzteres hat der Kanton Thurgau noch verschärft: Mehr als zehn Personen dürfen sich auch im öffentlichen Raum nicht treffen; die eidgenössische Mindestregel erlaubt Treffen im öffentlichen Raum bis 15 Personen. Grundsätzlich. Denn: Bundesrat und Kantonsregierungen raten dringlich: «Bleiben Sie zu Hause!»

Einen Teil der Coronamassnahmen überwacht die Kantonspolizei Thurgau. Auf Anfrage schreibt Matthias Graf, Chef Mediendienst der Kantonspolizei Thurgau:

«Die Festtage sind aus Sicht der Kantonspolizei Thurgau im Allgemeinen ruhig verlaufen.»

In Sachen Corona gingen vereinzelte Meldungen ein, «die unsere Patrouillen jeweils überprüften». Drei Betreiber von Waschanlagen werden laut Graf zur Anzeige gebracht, da diese am Stephanstag in Betrieb waren. Dieser Verstoss dürfte auf die schon länger geltenden Regeln des Bundes zurückzuführen sein. Diese besagt, dass die meisten Betriebe sonntags und feiertags nicht öffnen dürfen. So auch Lebensmittelläden nicht.