Reportage
Coronasitzung des Frauenfelder Gemeinderats: Ein bisschen anonymer zwar, aber nicht minder unterhaltsam

Stimmungsbericht aus dem Frauenfelder Casino während der wegen der Coronakrise ausserordentlich einberufenen Gemeinderatssitzung. Mit Ermahnungen, spitzen Bemerkungen und einem aufwühlenden Niesreiz.

Samuel Koch
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Der Frauenfelder Gemeinderat tagt wegen des Coronavirus ausnahmsweise im Casino. Die entsprechenden Sicherheitsmassnahmen wie Abstand oder Desinfektion werden strikt eingehalten.
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Der Frauenfelder Gemeinderat tagt wegen des Coronavirus ausnahmsweise im Casino. Die entsprechenden Sicherheitsmassnahmen wie Abstand oder Desinfektion werden strikt eingehalten.
Der Frauenfelder Gemeinderat tagt wegen des Coronavirus ausnahmsweise im Casino. Die entsprechenden Sicherheitsmassnahmen wie Abstand oder Desinfektion werden strikt eingehalten.
Der Frauenfelder Gemeinderat tagt wegen des Coronavirus ausnahmsweise im Casino. Die entsprechenden Sicherheitsmassnahmen wie Abstand oder Desinfektion werden strikt eingehalten.
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Der Frauenfelder Gemeinderat tagt wegen des Coronavirus ausnahmsweise im Casino. Die entsprechenden Sicherheitsmassnahmen wie Abstand oder Desinfektion werden strikt eingehalten.

Reto Martin

Von wegen Sonderstatus. Selbst Frauenfelds Politiker haben sich an die vom Bund auferlegten Hygiene- und Abstandsregeln zu halten. Ob Gast, Gemeinderat oder Stadtrat: Hände desinfizieren ist beim Eingang zur ausserordentlichen Sitzung im Exil im Stadtcasino für alle Pflicht.

In Fraktionsgruppen treten die Stadtparlamentarier ein, Kanzleisekretärin Sonja Hepting und Urban Krattiger, Mitarbeiter der Kommunikationsabteilung, stehen bei Fragen mit Rat zur Seite. «Bitte halten Sie genügend Abstand», ermahnt Casinohauswart Andreas Weber hie und da. Andere rüsten sich derweil freiwillig mit Mundschutz, Einweghandschuhen oder Schaumstoffaufsatz für die Mikrofone aus.

Kaum Geflüster, kaum Tuscheleien

Anonymer zwar, aber nicht weniger unterhaltsam. So geht’s im Saal vonstatten, um der deskriptiven Chronistenpflicht nachzukommen. «Wir sollten immer im Casino unsere Sitzungen durchführen, hier können wir pünktlich anfangen», lässt Gemeinderatspräsidentin Severine Hänni zu Beginn der Sitzung um 18 Uhr eine spitze Bemerkung fallen.

Der Lärmpegel liegt ein Mü tiefer als bei sonstigen Sitzungen im Grossen Bürgersaal mit Geflüster und Tuscheleien. Der Appell der stellvertretenden Ratssekretärin Aurelia Brenner bringt zutage, dass 38 von 40 gewählten Mitgliedern den Weg zur Sitzung gefunden haben. SP-Gemeinderat Alfred Bloch bleibt der Sitzung als Risikopatient fern, SVP-Gemeinderat Thomas Gemperle aus persönlichen Gründen. Beschlussfähig ist der Rat allemal.

Warten auf Verkündigung der Abstimmungsresultate

Ruhiger und gesitteter zwar, dafür aber mit Verzögerungen zwischen einzelnen Voten von Gemeinderäten. Zunächst klemmen sie – mal mehr, mal weniger erfolgreich – ihre Schaumstoffaufsätze ans Mikrofon. Dann folgt – mal ausschweifender, mal weniger – politischer Inhalt.

Beim Abgang vom Rednerpult dürfen Deinstallation des Überstülpers und Desinfektionsmittel am Mikrofon und auf dem Pult nicht fehlen, nachdem Aurelia Brenner eingangs exakt über die Umsetzung der Auflagen informiert hat. «Das Tüechli gehört in den Abfall», sagt sie. Die Überstülper gehören ins Kistchen, um sie desinfiziert wiederzuverwenden.

Sonst unterscheiden sich bloss Sitzordnung sowie Lokalität vom gewohnten Bild. Gäste und Medienvertreter verfolgen das Geschehen von der Galerie. Da so nicht alle Mitglieder im Blickfeld sind, kommt Spannung auf. Denn für einmal lassen sich die Abstimmungsresultate nicht vor der mündlichen Bekanntgabe der Ratspräsidentin erahnen.

Biopause gefährdet kurzzeitig Sicherheitsgefühl

Lacher erntet Stefan Geiges, der als Präsident der GPK Bau/Werke gefordert ist. Weil er sich etliche Mal äussern muss, stellt er den Antrag, am Rednerpult stehen bleiben zu dürfen. «Sonst reibe ich mir ständig die Hände», sagt er.

Kurz vor 20 Uhr. Passend zu den traktandierten Energiethemen beruft Ratspräsidentin Hänni eine Biopause ein. Raucher haben gefälligst auf ihren Plätzen zu bleiben. Immerhin geht kein Raunen durchs Rund. Für einmal steigt der Lärmpegel, hie und da rücken gar die Abstandsregeln kurz in Vergessenheit.

Nebst der Politik sorgt Anders Stokholm kurz für schreckhafte Blicke. Er niest in seinen Ellbogen, wohl unbewusst hebt er entschuldigend seine Hand. Nach rund dreieinhalb Stunden ist Schluss mit der ausserordentlichen Sitzung. Es ist nicht die letzte im Exil.