Coronapandemie
Kanton Thurgau hebt Maskenpflicht für Sekschüler ab kommendem Montag auf

Die sinkenden Coronafallzahlen veranlassen das Thurgauer Departement für Erziehung und Kultur, eine Massnahme aufzuheben: Ab nächster Woche müssen Sekschüler im Unterricht keine Maske mehr tragen.

Roman Scherrer
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Seit dem 2. November 2020 mussten Thurgauer Oberstufenschülerinnen und -schüler im Unterricht eine Maske tragen.

Seit dem 2. November 2020 mussten Thurgauer Oberstufenschülerinnen und -schüler im Unterricht eine Maske tragen.

Bild: Donato Caspari

Sie dürfen ihr Gesicht wieder zeigen: Ab kommendem Montag, 14. Juni, müssen Thurgauer Schülerinnen und Schüler im Unterricht keine Maske mehr tragen. Dies geht aus einer Anordnung des kantonalen Departements für Erziehung und Kultur (DEK) hervor.

Von der Aufhebung der Maskentragpflicht profitieren die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe 1 – früher sprach man von der Oberstufe. Seit Anfang November 2020 mussten sie in Schulhäusern eine Maske tragen. In Einzelfällen könnte diese Pflicht erneut aber befristet zur Anwendung kommen: für Klassen oder in Schulhäusern, in welchen positive Coronafälle registriert werden. Das freiwillige Tragen einer Maske sei weiterhin erlaubt für Schülerinnen und Schüler, welche sich unsicher fühlen, betont Bildungsdirektorin Monika Knill.

Monika KnillThurgauer Bildungsdirektorin

Monika Knill
Thurgauer Bildungsdirektorin

Bild: Donato Caspari

Die nun erfolgte Anordnung bezieht sich auf den DEK-Entscheid vom 28. Mai. Damals habe man die Maskentragpflicht noch nicht aufheben können, obwohl es im Hinblick auf die sinkenden Coronafallzahlen bereits Thema gewesen sei, sagt Regierungsrätin Knill. «Denn wir wussten noch nicht, wie sich die Lockerungen des Bundesrats per 31. Mai auf die Fallzahlen auswirken werden.»

Knapp zwei Wochen, nachdem die Lockerungen in Kraft getreten sind, ergibt sich nun ein klares Bild: Die Fallzahlen sind weiterhin rückläufig. Das sei nun auch ausschlaggebend gewesen für den Entscheid, die Maskenpflicht in der Sekundarstufe 1 aufzuheben, sagt Knill. Weitere Lockerungen für die Schule könne der Kanton nicht beschliessen.

«Wir haben unseren Spielraum genutzt und müssen warten, was der Bundesrat als Nächstes beschliesst.»

Einfache Anfrage teilweise beantwortet

Mit der Aufhebung der Maskenpflicht für Oberstufenschülerinnen und -schüler ist eine Einfache Anfrage dreier Kantonsräte bereits teilweise beantwortet. Oliver Martin (SVP, Leimbach), Peter Schenk (EDU, Zihlschlacht) und Hermann Lei (SVP, Frauenfeld) wollen nämlich von der Thurgauer Regierung wissen, wann der Kanton gedenkt, die Maskenpflicht für Kinder in Schulen aufzuheben.

Das Trio bezieht sich zudem auf die Information des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), wonach voraussichtlich ab Juli eine Covid-19-Impfung für 12- bis 15-Jährige möglich sein soll. Es fragt, ob der Regierungsrat die Impfung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren als nötig erachtet. Und:

«Was würden die Regierungsmitglieder sagen, wenn sich gemäss den Empfehlungen des BAG ihre eigenen Kinder ab 12 Jahren gegen den Willen der Eltern impfen lassen würden?»

Martin, Schenk und Lei erkundigen sich, ob «solche BAG-Empfehlungen» mit den Kantonen abgesprochen werden. Die drei Parlamentarier fragen den Regierungsrat ausserdem, ob er den «Aspekt der Diskriminierung von Menschen, die sich nicht impfen lassen», diskutiert habe.