Coronapandemie
«Hoffentlich braucht es die Plattform nicht mehr»: Die Betreiber von hilf-frauenfeld.ch stellen ihre Website offline – insgesamt kamen 14'258 Franken zusammen

Für die einzelnen Frauenfelder Betriebe gab es keine Riesenbeträge. Dem Betreiberverein der Website ging es aber vor allem um den Solidaritätsgedanken. Am meisten Geld kam für das Reisebüro Mawi herein. Darüber freut sich dessen Inhaber.

Mathias Frei
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Screenshot von www.hilf-frauenfeld.ch.

Screenshot von www.hilf-frauenfeld.ch.

Bild: Mathias Frei

Eine schöne Geste von Frauenfelderinnen und Frauenfeldern: Insgesamt kamen seit vergangenem November 14'258 Franken über die Corona-Unterstützungsplattform www.hilf-frauenfeld.ch zusammen. Auf dem Internetportal konnte man bei 30 verschiedenen Frauenfelder Betrieben, Vereinen und Institutionen Leistungen kaufen, vom Cocktail in einer Bar über den Waschauftrag für Bettwäsche bei einer Wäscherei bis zum Eintritt ins Theater. Man zahlte dafür online Geld ein. Als Gegenleistung bekam man nichts – respektive nichts weniger als eine lebendige Stadt.

Anita Bernhard.

Anita Bernhard.

Bild: PD

Hinter der Plattform und dem gleichnamigen Verein steht die private Initiative von Anita Bernhard und Roman Fischer. Anita Bernhard sagt:

«Hoffentlich braucht es nun hilf-frauenfeld.ch nicht mehr.»

Zwar herrsche noch nicht Normalzustand, gleichwohl hätten sie sich entschlossen, die Website zu deaktivieren. Wie Fischer sagt, kamen Beträge zwischen einigen Franken und immerhin 650 Franken rein. Es habe ganz wenige Betriebe gegeben, für die kein einziger Franken eingegangen sei. Demgegenüber ist das Reisebüro Mawi Spitzenreiter – mit rund 2000 Franken Spenden. Dessen Inhaber Patrick Wirth bedankt sich und sagt: «Das war sehr generös.» Witzig: Eine Zeit lang gingen immer am Freitagabend Spenden von einer Gruppe fürs «Dreiegg» ein. Statt auszugehen, wurde also das Geld gespendet.

Endauszahlung erfolgt diesen Sommer

Roman Fischer.

Roman Fischer.

Bild: PD

Immer, wenn für einen Betrieb 200 Franken zusammen waren, hat Roman Fischer eine Auszahlung vorgenommen. Was jetzt noch auf dem Konto liegt, zahlt er innert nützlicher Frist aus. Im Übrigen sei seit Anfang Juni, also mit den grossen Lockerungen, kaum noch Geld reingekommen. Per Mail hätten sich Begünstigte immer wieder bedankt, sagt er.

«Dass wir etwas für sie machen und dass sie sich so nicht alleingelassen gefühlt haben.»

Anita Bernhard sagt, dass es keine Riesenbeträge gegeben habe für die teilnehmenden Betriebe. «Aber es ging um den Solidaritätsgedanken.»

Patrick Wirth, Inhaber des Reisebüros Mawi in Frauenfeld.

Patrick Wirth, Inhaber des Reisebüros Mawi in Frauenfeld.

Bild: Reto Martin