Coronainfiziertes Mädchen drückt in Frauenfeld die Schulbank und befindet sich jetzt in Selbstisolation +++ Schulbehörde reagiert mit Elternbrief und Leitfaden

Am ersten Tag der Schulöffnung am 11. Mai ist eine Schülerin in der Schulanlage Reutenen positiv auf Corona getestet worden. Das teilen die Frauenfelder Schulbehörden am Montagabend mit. 

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Der Eingangsbereich zum Frauenfelder Oberstufenzentrum Reutenen.

Der Eingangsbereich zum Frauenfelder Oberstufenzentrum Reutenen.

(Bild: Nana Do Carmo, 2014)

(sko) Die Spatzen haben es schon länger von den Dächern gepfiffen. Nun liegt nach der in den sozialen Medien geäusserten Verunsicherung die offizielle Stellungnahme der Behörden vor. «Ein Mädchen, bei dem Corona festgestellt wurde, war bei der Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts, am Montagmorgen, 11. Mai, während eines halben Tages in der Schule.» Diese Information sowie das nun definierte Vorgehen teilt Schulpräsident Andreas Wirth am Montagabend schriftlich mit. 

Andreas Wirth, Präsident der Schulen Frauenfeld.

Andreas Wirth, Präsident der Schulen Frauenfeld.

(Bild: PD)

Schulpräsident Wirth hat erst am Mittwochnachmittag erfahren, dass die Schülerin trotz positivem Coronabefund die Schulbank drückte. Wirth sagt:

«Sie hat sich wahrscheinlich innerhalb der Familie angesteckt und kaum Symptome gezeigt.»

Die Reaktion der Eltern sei aber richtig gewesen, das Mädchen zu Hause zu behalten und nach dem positiven Test die Schule zu informieren. 

Elternbrief gegen entstandene Verunsicherung

Nach dem Befund hat die Schulbehörde umgehend die vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) vorgegebenen und mit den kantonalen Fachstellen abgesprochenen Richtlinien umgesetzt. «Gemäss Definition des BAG gelten Kinder im Vor- und Schulalter unter sich nicht als enger Kontakt», sagt Wirth und betont, dass das BAG das Infektionsrisiko bei Kindern als niedrig einschätzt. Deshalb befinde sich das Mädchen nun in Selbstisolation, während für deren Klassengspänli der Unterricht unter Einhaltung der Schutzkonzepte gewöhnlich weitergehe.

Ein sogenanntes Tracing oder Quarantäne für die gesamte Klasse ist gemäss Richtlinien erst ab einer Häufung von Corona-Infizierten innerhalb einer Klasse vorgesehen. Wirth sagt: 

«Es ist verständlich und nachvollziehbar, dass Verunsicherungen entstehen können.»

Um diesen entgegenzuwirken, hat die Schule nach Bekanntgabe des Vorfalls umgehend einen Elternbrief versandt und setzt auf Kommunikation, wie bei Verdachtsfällen von Corona umzugehen ist. 

Alle Informationen unter: www.schulen-frauenfeld.ch

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