Corona
«Wollen den Schulbetrieb aufrechterhalten»: Kanton Thurgau führt Maskenpflicht in Schulen wieder ein

Das Amt für Volksschule des Kantons Thurgau will die Zahl der Klassen in Quarantäne reduzieren. Deshalb gilt ab kommender Woche ab der Oberstufe wieder eine Maskenpflicht. Sie ist allerdings nicht ganz so strikt wie noch im vergangenen Schuljahr.

Roman Scherrer 1 Kommentar
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Thurgauer Schülerinnen und Schuler müssen ab Montag wieder eine Maske im Unterricht tragen.

Thurgauer Schülerinnen und Schuler müssen ab Montag wieder eine Maske im Unterricht tragen.

Bild: Donato Caspari

Der Thurgau tut es dem Kanton St.Gallen gleich: Für Schülerinnen und Schüler ab der Sekundarstufe 1 – also der Oberstufe – gilt ab kommendem Montag wieder eine Maskenpflicht in Schulinnenräumen. Betroffen von der Anordnung sind «alle Schulangehörigen». Für Lehrerinnen und Lehrer gilt auch ab Stufe Primarschule eine Maskentragpflicht. Dies teilt das kantonale Amt für Volksschule (AV) am Donnerstag mit.

Zu diesem Entscheid sagt die Thurgauer Bildungsdirektorin Monika Knill:

«Wir wollen damit den Schulbetrieb möglichst aufrechterhalten.»

So wolle man mit der Maskenpflicht in erster Linie die Quarantäneanordnungen reduzieren und allfällige Schulschliessungen verhindern. Über eine Statistik, wie viele Schulklassen sich in Quarantäne befinden, verfügt das Amt für Volksschule nicht. Allerdings zeigte in dieser Woche eine Umfrage der «Thurgauer Zeitung» bei 13 Schulen, dass sich 22 Klassen in Quarantäne begeben mussten. «Es müssen zurzeit zu viele Schülerinnen und Schüler in Quarantäne, welche nicht positiv getestet wurden», sagt Monika Knill. Gemäss dem wöchentlichen Lagebericht des kantonalen Fachstabs Pandemie war zuletzt die Altersgruppe Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre am stärksten von Neuinfektionen betroffen.

Die Maskenpflicht gilt bis zum 5. November, also bis nach den Herbstferien. Dies soll die «Herausforderung der Rückkehrer nach den Herbstferien» auffangen, heisst es in der Mitteilung des AV.

Erst im vergangenen Juni hatte das Thurgauer Departement für Erziehung und Kultur (DEK) die Maskenpflicht in den Schulen nach sieben Monaten aufgehoben. Die bevorstehende Maskenpflicht ab kommender Woche sei nicht mehr ganz so strikt wie noch im vergangenen Schuljahr, betont Knill. So darf nämlich in Unterrichtsräumen, die gut belüftet werden können und in denen ein Abstand von eineinhalb Metern eingehalten werden kann, auf eine Maske verzichtet werden.

Anpassung der Teststrategie soll geprüft werden

70 sogenannte Ausbruchstestungen sind laut dem AV in den vergangenen vier Wochen an Thurgauer Schulen angeordnet worden. Mit dieser Strategie wurde jeweils nach einer Lagebeurteilung dort getestet, wo ein oder mehrere positive Coronafälle bekannt wurden. Die kantonale Taskforce Schule beantragt nun aber beim Regierungsrat, die Einführung eines präventiv-repetitiven Testens nach den Herbstferien zu prüfen.

Mit dieser neuen Strategie sollen regelmässige Spucktests an den Schulen durchgeführt werden. «Die Umstellung auf präventiv-repetitive Tests kann in der jetzigen Lage die Zahl der Quarantäneanordnungen wirkungsvoll reduzieren», schreibt das AV weiter.

1 Kommentar
Hans Peter SCHMID, Dr. med.

Masken, Abstand, Lüften von Räumen und vorallem regelmässiges Testen von Schülern hat der Bund vor vielen Wochen dringend empfohlen. Aber nein die Kantone wissen es besser, beharren auf einer Vorstellung des Föderalismus aus dem 19. Jahrhundert und staunen dann über die Folgen.

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