Corona
Nach Bundesratsentscheid: Thurgauer Testkampagne in Firmen erwartet Schub an neuen Teilnehmern

170 Thurgauer Firmen testen derzeit Mitarbeiter präventiv auf das Coronavirus. Für sie wird ab Juni die Homeofficepflicht aufgehoben. Das dürfte dem Testprogramm zusätzlichen Aufschwung verleihen. Anderseits richten Firmen nun den Fokus auf das mobile Impfprogramm des Kantons.

Silvan Meile
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Die Speichelproben werden über ein Röhrchen in einen Behälter abgegeben.

Die Speichelproben werden über ein Röhrchen in einen Behälter abgegeben.

Gaetan Bally / Key

Die Testkampagne in Firmen hat zwar Fahrt aufgenommen, läuft aber niedertourig. Er sei «verhalten begeistert», sagt Hans Peter Schmid, Leiter des Thurgauer Amts für Bevölkerungsschutz und Armee. Er hat das Projekt aufgegleist. Derzeit nehmen 170 Firmen an den Tests teil, heisst es aus seinem Amt. Bei insgesamt 18'000 Firmen im Kanton ist das eine überschaubare Teilnehmerzahl, auch wenn viele Kleinunternehmen die Mindestanforderung von fünf Teilnehmern nicht erfüllen.

Aufwind bekommen die präventiven Mitarbeitertests durch den Entscheid des Bundesrates vom Mittwoch. In den teilnehmenden Firmen wird ab Juni die Homeofficepflicht aufgehoben. Schmid sagt:

Hans Peter Schmid, Leiter des Amtes für Bevölkerungsschutz und Armee des Kantons Thurgau.

Hans Peter Schmid, Leiter des Amtes für Bevölkerungsschutz und Armee des Kantons Thurgau.

Bild: Reto Martin
«Ich bin gespannt, ob nun weitere Firmen mitmachen.»

Der aktuelle Beschluss aus Bern könne durchaus zu einem Schub an neuen Teilnehmern führen. Für sie müsse aber die Frage noch geklärt werden, wie lange ihre Teilnahme an den Tests dauern muss, bis die Homeofficepflicht tatsächlich aufgehoben werden kann, sagt Schmid.

5000 Spuckproben aus Thurgauer Firmen vermag das beteiligte Labor in Tägerwilen wöchentlich zu analysieren. Diese Zahl sei noch nie erreicht worden, sagt Schmid. Man sei aber bereit, weitere Labors ins Boot zu holen, falls deutlich mehr Firmen mitmachen würden. An Kapazitätsengpässen soll es nicht scheitern.

Impfungen in Firmen ab 50 Personen

Nachfragen zeigen, dass sich Firmen vor allem wegen des logistischen Zusatzaufwands noch nicht zur Teilnahme an den Spucktests durchringen konnten. Denn die Unternehmen sind selber verantwortlich dafür, den Transport der Proben nach Tägerwilen zu organisieren oder sie per Post zu schicken. Deshalb richten Firmen derzeit ihren Fokus auf die Impfkampagne des Kantons.

Mobile Equipen sollen, wie sie es bereits in Pflegeheimen machten, in den nächsten Wochen Firmen aufsuchen, um Mitarbeitern vor Ort die Impfung zu verabreichen. Entsprechende interne Umfragen, welche Mitarbeiter sich im Unternehmen impfen lassen wollen, laufen derzeit. Ab mindestens 50 impfwilligen Personen kann sich eine Firma für das entsprechende Programm des Kantons anmelden.