Corona ist schuld: Stabhochspringerin Angelica Moser hält in Neunforn die 1.August-Rede statt an den Olympischen Spielen in Tokio um Medaillen zu kämpfen

Nachmittags zum Saisonstart in Bernbiet der erste Sieg, abends Festrednerin im Thurgau: Das war der Schweizer Nationalfeiertag für Leichtathletin Angelica Moser.

Mathias Frei
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Sportlerin Angelica Moser als Festrednerin in Neunforn.

Sportlerin Angelica Moser als Festrednerin in Neunforn.

(Bild: Mathias Frei)
Tischdekoration an der Neunforner Bundesfeier.

Tischdekoration an der Neunforner Bundesfeier.

(Bild: Mathias Frei)

Sie kommt, aber es wird knapp. Kurz vor 21 Uhr kann Florian Koch aufatmen. Der Neunforner Gemeinderat und OK-Chef der Bundesfeier für den organisierenden TV Wilen-Neunforn nimmt Angelica Moser in Empfang. Fürs Umziehen am Stabhochsprung-Meeting im Bernbiet hat’s nicht mehr gereicht, dafür aber für den Sieg an diesem ersten Wettkampf der Saison. So schlüpft die aus Andelfingen stammende Juniorenweltmeisterin und zweifache U23-Europameisterin im Stabhochsprung kurz vor ihrer Festrede aus dem bunten Sportdress in ein weisses Sommerkleid.

Die Solidarität macht es aus

Die Mitglieder des organisierenden TV Wilen-Neunforn geben das Turnerlied zum Besten.

Die Mitglieder des organisierenden TV Wilen-Neunforn geben das Turnerlied zum Besten.

(Bild: Mathias Frei)

Das Warten auf die Sportlerin lohnt sich. Nicht nur entschädigt die pittoreske Kulisse beim Ölhüsli in Niederneunforn. Auch Mosers klug gewählte Worte finden Beachtung unter den 80 Zuhörern. Wie sie der Festgemeinde erzählt, macht erst die Pandemie ihre Teilnahme an der Neunforner Bundesfeier möglich. Denn eigentlich hätte sie in wenigen Tagen in Tokio an den Olympischen Spielen um den Einzug in den Stabhochsprung-Final gekämpft. Die vergangenen Monate seien für niemanden leicht gewesen. Aber:

«Wir Schweizer halten zusammen.»

Man habe sich gegenseitig unterstützt. Sie selber habe grosse Hilfe erhalten. Denn kurz nach Schliessung aller Trainingsmöglichkeiten habe ein Landwirt aus der Region für sie eine Stabhochsprunganlage in einer Scheune eingerichtet. Sie versuche sowieso, aus allem immer etwas Positives zu ziehen. «Ich habe schon lange nicht mehr so viel Zeit mit meinen Liebsten daheim in Andelfingen verbracht», sagt Moser.

Der Funken an der 1.August-Feier in Niederneunforn.

Der Funken an der 1.August-Feier in Niederneunforn.

(Bild: Mathias Frei)
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