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850 Schüler zur Speichelprobe: Der Thurgau testet eine Berufsschule durch

Nach den Sportferien werden Lernende der Berufsschule für Gesundheit und Soziales in Weinfelden wöchentlich auf das Coronavirus getestet. Diese Testreihe soll vor allem Erkenntnis über die Dunkelziffer angesteckter Personen ohne Symptome liefern.

Silvan Meile
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Mittels Speicheltest werden Thurgauer Berufsschüler im Februar wöchentlich auf das Coronavirus getestet.

Mittels Speicheltest werden Thurgauer Berufsschüler im Februar wöchentlich auf das Coronavirus getestet.

Alexandra Wey / Key

«Testen, testen, testen», will jetzt auch der Bundesrat. Nun leistet auch der Thurgau einen Beitrag. Ab 8. Februar, dem Montag nach den Sportferien, werden an der Berufsschule für Gesundheit und Soziales in Weinfelden während mehrerer Wochen die Lernenden auf das Coronavirus durchgetestet. Rund 850 Schülerinnen und Schüler kommen für dieses Pilotprojekt in Frage, erklärt Rektorin Beatrice Gregus.

Die Schüler geben jede Woche bei Schulbeginn am Morgen selbstständig eine Speichelprobe ab. Ein Thurgauer Labor wertet diese noch am gleichen Tag aus und gibt am Nachmittag die Resultate bekannt. Wer positiv ist, muss in Quarantäne und nimmt am Unterricht über eine Videoschaltung per Internet teil.

Erkenntnisse über Dunkelziffer erhofft

Am Projekt beteiligt seien das Thurgauer Amt für Bevölkerungsschutz und auch das Bundesamt für Gesundheit, sagt Gregus. Die Tests sollen vor allem die Erkenntnis liefern, wie hoch die Dunkelziffer an Infizierten ist, die keine Symptome aufweisen, aber trotzdem ansteckend sind. Deshalb denkt Beatrice Gregus, dass die Bereitschaft bei den Lernenden gross ist, an den Tests mitzumachen. Die Rektorin sagt:

«Wir glauben daran, dass man viele Schülerinnen und Schüler für das Projekt gewinnen kann.»

Für die Schülerinnen und Schüler basiere diese Testreihe auf Freiwilligkeit. Bei minderjährigen Lernenden brauche es die Einwilligung der Eltern.

«Mit der Bewilligung dieser Testreihe erhofft sich der kantonale Fachstab Pandemie, vertiefte Erkenntnisse zu gewinnen bezüglich der Verbreitung des Virus an den Schulen», schreibt das Thurgauer Amt für Volksschulen in seinem Newsletter vom Donnerstag. Demnach sind – abgesehen von dieser Testreihe an der Berufsschule für Gesundheit und Soziales – jedoch weiterhin keine flächendeckenden Tests an der Thurgauer Volksschule vorgesehen.

Keine verschärften Massnahmen an Primar- und Sekundarschulen

Die Situation mit mutierten Virusvarianten hat sich an den Thurgauer Schulen wieder entspannt. Derzeit sei keine ganze Klasse in Quarantäne, sagt Beat Brüllmann, Chef des Amts für Volksschulen im Kanton Thurgau.

Vor rund einer Woche blieben mehrere Thurgauer Schulzimmer geschlossen, weil mutierte Varianten des Coronavirus, die als ansteckender gelten, festgestellt worden sind. Betroffen waren Schulen in Matzingen, Gachnang und Frauenfeld, wo ganze Klassen und ein Kindergarten in Quarantäne geschickt wurden.

Die Zahlen positiver Coronafälle an den Thurgauer Schulen bewege sich derzeit auf dem Niveau von vergangenem Oktober, sagt Brüllmann. Damals waren die Zahlen vor dem grossen Anstieg im November vergleichsweise tief. Aufgrund dieser relativ entspannten Lage hat nun die Taskforce Schule an ihrer Sitzung vom Mittwoch keine verschärften Massnahmen für die Zeit nach den nun anstehenden Sportferien beschlossen, sagt Brüllmann weiter.

Sinkende Zahlen, aber Angst vor Mutationen

Dennoch behalten die Verantwortlichen die Lage im Blick. «Nach wie vor stehen wir im Spannungsfeld sinkender Fallzahlen und der Unwägbarkeiten in Bezug auf die mögliche Entwicklung mit den Virusmutationen», schreibt das Amt für Volksschule. Dabei sei es schwierig, zwischen sachlichen Informationen und Spekulationen zu unterscheiden.

Bis zur nächsten Sitzung der Taskforce vom Donnerstag, 11. Februar, behalten die bestehenden Coronamassnahmen ihre Gültigkeit. «Eine Ausweitung der Maskenpflicht auf die Primarschule ist vorderhand nicht vorgesehen», heisst es im Newsletter. In einzelnen Schulen oder Gemeinden kann der kantonsärztliche Dienst dennoch weiterhin rasch Massnahmen anordnen. So wie vergangene Woche in Frauenfeld, Matzingen und Gachnang.