Coop erwischt die Thurgauer Turner auf dem falschen Fuss – es fehlen 45'000 Franken

Nach dem Absprung des Detailhändlers startet der Thurgauer Turnverband ohne Hauptsponsor ins neue Jahr.

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Impressionen vom Schlussakt am Thurgauer Kantonalen Turnfest 2018 in Romanshorn.

Impressionen vom Schlussakt am Thurgauer Kantonalen Turnfest 2018 in Romanshorn.

Reto Martin

(sme) Bei den Turnern geht eine jahrelange Partnerschaft zu Ende. Nach 17 Jahren steigt Coop als Sponsor des Thurgauer Turnverbandes (TGTV) aus. Für die Turner kam diese Kündigung relativ kurzfristig. «Wir haben im Spätsommer erfahren, dass die Zusammenarbeit mit uns nicht verlängert wird», sagt TGTV-Präsident Philipp Schwager. Somit laufe Ende Jahr der Sponsoring-Vertrag mit Coop aus.

Das hinterlässt ein Loch in der Verbandskasse. Es fehlen dadurch für das kommende Jahr 45'000 Franken, erklärt Schwager. Diese Mittel sind jeweils für Turnanlässe des TGTV vorgesehen. Trotzdem sei 2020 kein Anlass gefährdet, sagt Schwager.

Wegen des relativ kurzfristigen Entscheids habe auch Coop angeboten, dass für einzelne Thurgauer Turnanlässe als Übergangslösung individuelle Sponsorings denkbar seien. «Die Veranstalter haben die Möglichkeit, bei Coop anzuklopfen und einen Antrag für ein Sponsoring zu stellen», sagt Schwager. Weiterhin unterstützt werde der Verband von der Thurgauer Kantonalbank mit einem ähnlich hohen Betrag wie er mit Coop vereinbart war.

Die Lücke soll für 2021 geschlossen werden

Coop begründet seinen Rückzug als Sponsor der Thurgauer Turner mit einer generellen Neuausrichtung. Dabei seien vor allem Einzelanlässe im Fokus, nicht Sponsoring von Organisationen beziehungsweise Verbänden. Gegenüber «FM1today» bekräftigt aber Coop-Mediensprecher Markus Brunner, dass ihnen die Zusammenarbeit mit lokalen Vereinen ein grosses Anliegen bleibe.

Philipp Schwager.

Philipp Schwager.

(Bild: PD)

Dass Coop die Thurgauer Turner sponserte, sorgte aber auch schon für Friktionen innerhalb des Verbands. Vor drei Jahren habe Coop seine Partner vermehrt verpflichtet, bei Veranstaltungen ab 800 Personen Wareneinkäufe bei der Coop-Gruppe zu beziehen. «Das sei nicht überall auf Verständnis gestossen», sagt Schwager. Schliesslich sind gerade die Turnvereine lokal stark verankert, wollen ihr Gewerbe unterstützen. Mit dem Ausstieg von Coop hat sich zumindest dieses Problem gelöst.

Der Vorstand des Thurgauer Turnverbands geht nun über die Bücher. «Wir brauchen etwas Zeit und werden ein Konzept erstellen, wie das Sponsoring in Zukunft genau aussehen soll», sagt Schwager. Mit seinen rund 17'000 Mitgliedern kann der Verband durchaus etwas in die Waagschale werfen.

«Unser Ziel ist, dass wir das Sponsoring auf mehrere Schultern verteilen können.»

Dadurch wären auch kurzfristige Ausstiege von Partnern leichter verkraftbar. Ziel müsse es sein, die Lücke, die nun Coop hinterlässt, für das Jahr 2021 womöglich wieder schliessen zu können.

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