Cliffhanger für die Schule am Küchentisch – das Thurgauer «Geschichtendock» kommt zurück

Aufgrund der besonderen Lage lanciert das Amt für Volksschule in Zusammenarbeit mit der Kantonsbibliothek Thurgau eine Sonderausgabe des «Geschichtendocks». Die rasante Fortsetzungsgeschichte «Kati und Sven und die geheimnisvolle Bibliothek» beginnt nach Ostern.

Bettina Kugler
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Unter Büchern: Für Sven und Kati wird es wieder spannend.

Unter Büchern: Für Sven und Kati wird es wieder spannend.

Bild: PD

Einfach so in Romanshorn in den Zug steigen und ins Tessin fahren, womöglich als Schulreise: Das liegt derzeit nicht drin. Als Daniel Badraun, Krimiautor und Lehrer in Diessenhofen, für die vorläufig letzte Ausgabe des Leseförderprojekts «Geschichtendock» nach einem aktuellen Setting suchte – also einem, das bei Erscheinen des Buchs aktuell sein würde –, konnte keiner ahnen, dass im Frühjahr 2020 Reisen durch den Gotthard unerwünscht sein würden. Stattdessen lernen Schülerinnen und Schüler allein zu Hause, und nicht einmal den Olympischen Spielen in Tokyo kann man entgegenfiebern: Sie sind abgesagt.

Ohne Corona wäre die Story eine gut getimte Einstimmung auf das sportliche Grossereignis. Auf der Klassenfahrt treffen die Schüler mit Turnerinnen zusammen, die sich auf die Wettkämpfe in Tokyo vorbereiten. Zufällig ähnelt Kati der Sportlerin Petra Huber verblüffend. Sie lässt sich überreden, für ein paar Tage mit ihr zu tauschen, damit Petra sich erholen kann. Doch es wäre kein Fall für Kati und ihren Kollegen Sven, wenn nicht bald dubiose Figuren und Machenschaften ins Spiel kämen. Trickst Petra mit unerlaubten Substanzen? Wer weiss davon, wer nicht? Auch in Buchform ist das hoch spannend.

Das Virus sperrt auch Kati und Sven zu Hause ein

Entstanden ist die Geschichte in Fortsetzungen unter der Mitwirkung von Schülerinnen und Schülern aus Thurgauer Klassen. Sie konnten nach Lektüre der jeweils neuesten Folge online darüber abstimmen, wie es weitergehen soll mit Kati. So viel sei hier verraten: Sie wird sogar entführt; Sven und Katis Doppelgängerin Petra müssen sie in Paris aus den Fängen des Dopingdoktors Gemsch befreien.

Daniel Badraun.

Daniel Badraun. 

Bild: Reto Martin

Autor Daniel Badraun hatte sich mit dem Happy End in Paris bereits von Kati, Sven und dem «Geschichtendock» verabschiedet. Das Amt für Volksschule wollte die Leseförderung neu in die Hand der Pädagogischen Hochschule geben. Jetzt aber passt das bewährte Format bestens. Es eignet sich für die Fernbeschulung am Computer, als spannend-unterhaltsame Form der Wissensvermittlung. Das Schöne an der spontan angesetzten Sonderausgabe: Badraun kann wieder topaktuell starten – mit dem derzeitigen Ausnahmezustand.

Statt mit Kollegen zu tschutten oder sich im Skaterpark zu treffen, sitzen Kati und Sven also zu Hause, um sich und andere nicht anzustecken. Doch da entdeckt Kati ein Rätsel in einem alten Buch; die Kinder finden den Zugang zu einer geheimnisvollen Bibliothek. Figuren aus den verschiedensten Geschichten spuken hier herum. Bald geht es darum, die Bibliothek zu retten. Dafür gehen Sven und Kati auf eine weite Reise, wie sie derzeit nur lesend möglich ist – ab nächste Woche bis Anfang Juli, für Schulkinder im Thurgau und zum Mitlesen im Internet.

Hinweis: Nähere Informationen unter ­geschichtendock.ch und ­kantonsbibliothek.tg.ch. Soeben erschienen: Daniel Badraun: Die Olympiahoffnung. Ein neuer Fall für Kati & Sven. Gmeiner, 224 S.

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Das kantonale Projekt «Geschichtendock» startet bereits in die 7. Auflage. Autor Daniel Badraun schreibt wöchentlich eine Folge der Erzählung, die sich dieses Mal um die Welt des jungen Napoleon auf Schloss Arenenberg dreht.
Larissa Flammer