Christian Lohr wirft dem
Bundesrat «Ärzte-Bashing» vor

Der CVP-Nationalrat will von der Landesregierung wissen, weshalb sie die Löhne der Ärzte plötzlich viel höher einstufe als bisher.

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Christian Lohr, Nationalrat der CVP des Kantons Thurgau. (Bild: KEYSTONE/Gaetan Bally)

Christian Lohr, Nationalrat der CVP des Kantons Thurgau. (Bild: KEYSTONE/Gaetan Bally)

CVP-Nationalrat Christian Lohr wehrt sich für die Ärzte. Grund sei das Bundesamt für Gesundheit (BAG), das kürzlich gemeldet habe, dass die Einkommen der Ärzte viel höher seien als bisher vermutet. Das schreibt Lohr in einer Mitteilung. Das Amt berufe sich auf eine neue Studie, die jedoch von Ärzten als tendenziös und irreführend eingestuft werde.

«Die BAG-Studie basiert auf Daten der Jahre 2009 bis 2014, obwohl parallel dazu aufgrund der gesetzlichen Grundlage bereits das Bundesamt für Statistik (BfS) eine reguläre Erhebung der Ärztelöhne durchführt.» Dort lägen bereits aktuellere Zahlen vor. Dennoch werde nur auf die Zahlen der BAG-Studie zurückgegriffen, obwohl diese «sogar lückenhaft und insgesamt schlechter sind als die BfS-Werte», schreibt Lohr. «Ärztegesellschaften sprechen von politisch motiviertem ‹Bashing›, für welches die BAG-Daten nun benutzt würden, um Ärzte-Einkommen unter Druck zu setzen.»

Interpellation eingereicht

Der Bundesrat habe «auf der Basis dieser fragwürdigen Studie» die Kantone und Leistungserbringer aufgefordert, weitere Erhebungen vorzunehmen, stört sich Lohr: «Hier wurde aus rein politischen Motiven mit Steuergeldern eine völlig unnötige Studie auf mangelhafter Datengrundlage erstellt.» Der Schwarze Peter der steigenden Gesundheitskosten dürfe nicht einseitig den Ärzten zugeschoben werden. Lohr verlangt vom Bundesrat in einer Interpellation eine Stellungnahme, weshalb die Einkommen der Ärzte viel höher sein sollen als bisher vermutet.