Chefwechsel
Die Thurgauer SP-Präsidentin Nina Schläfli tritt zurück

Die Thurgauer Sozialdemokraten müssen das Präsidium neu besetzen. Nina Schläfli kündigt nach fünf Jahren im Amt ihren Rücktritt an. Nun konzentriert sie sich auf die Sachpolitik.

Silvan Meile
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SP-Präsidentin und Kantonsrätin Nina Schläfli an einer Sitzung des Grossen Rates.

SP-Präsidentin und Kantonsrätin Nina Schläfli an einer Sitzung des Grossen Rates.

Bild: Donato Caspari

Nina Schläfli ist ein Shootingstar. Mit 26 Jahren schaffte die Kreuzlingerin die Wahl in den Thurgauer Grossen Rat. Kurz darauf übernahm sie auch noch das SP-Parteipräsidium von der damals zurückgetretenen Barbara Kern. Nun tritt Nina Schläfli mit gerade mal 31 Jahren von einem ersten wichtigen Amt zurück. Zwischen Neujahr und dem Parteitag der SP-Thurgau im Frühling gebe sie das Parteipräsidium ab, heisst es in einer Mitteilung.

Nach fünf Jahren als Parteipräsidentin kündigt Schläfli ihren Rücktritt zwei Jahre vor den nächsten grossen Wahlen an. Im Oktober 2023 wird das eidgenössische Parlament wiedergewählt, bevor ein knappes halbes Jahr später der Kantonsrat und der Regierungsrat vom Stimmvolk neu bestellt wird. Das sei «eine intensive Zeit» als Parteipräsidentin, wie sie sagt. Ihr nun angekündigter Rücktritt ermögliche ihrer Nachfolgerin oder ihrem Nachfolger eine Einarbeitungszeit.

Für Schläflis Nachfolge hat sich parteiintern eine Findungskommission um Vizepräsidentin Edith Graf-Litscher gebildet. Dort werden nun Vorschläge und Bewerbungen entgegengenommen. Es müsse nicht zwingend ein Mitglied des Grossen Rates an der Spitze der Partei sein. Und man könne sich auch ein Co-Präsidium vorstellen, sagt Graf-Litscher. «Ein solches müsste sich aber auch gleich als Paar melden.»

Berufliche und politische Ambitionen

Nina Schläfli führte «die Partei mit viel Engagement und Herzblut und einer hohen Präsenz, die über die Kantonsgrenzen hinaus wahrgenommen wird», würdigt die SP ihre Verdienste bereits in der Rücktrittsankündigung. Im Grossen Rat bleibe sie aktiv, sagt Schläfli. Sie wolle sich weiterhin für einen sozialen, gerechten und nachhaltigen Kanton Thurgau einsetzen. Für die Sachpolitik bleibt nun mehr Zeit. Eine lange Pendenzenliste an nicht eingereichten Vorstössen warte darauf, abgearbeitet zu werden.

Es sei aber auch Zeit, den Fokus auf andere Engagements zu legen. Einerseits gelte es, ihre Doktorarbeit an der Universität Bern fertigzustellen, sagt die Historikerin. Anderseits stünden neue berufliche Projekte an. Weiterhin engagieren will sie sich in der SP Schweiz, wo Schläfli derzeit in der Geschäftsleitung mitwirkt. Sie sagt:

«Ich mache wahnsinnig gerne nationale Politik.»

Und es ist ein offenes Geheimnis, dass sie auch Ambitionen fürs eidgenössische Parlament hat.

Und welche Eigenschaften braucht es für das Parteipräsidium der SP Thurgau? «Es ist wichtig, dass man viel Herzblut für die Sozialdemokratie hat.» Und:

«Die Eigenheiten der bürgerlichen Thurgauer Politik können Ansporn, Herausforderung und Problem zugleich sein.»

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