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Bundesamt für Verkehr stellt Thurgauer Haltestellen ein schlechtes Zeugnis aus

Die Haltestellen des öffentlichen Verkehrs im Thurgau schneiden in einer Qualitätsmessung des Bundes schlecht ab. Auch die Frauenfeld-Wil-Bahn erhält eine schlechte Bewertung. Alarmiert ist man bei den Verantwortlichen deswegen aber nicht.
Sebastian Keller
Die Frauenfeld-Wil-Bahn fährt in Lüdem ein. Das Bundesamt für Verkehr ortet Verbesserungspotenzial bei den Haltestellen (Bild: Donato Caspari, 24. März 2017)

Die Frauenfeld-Wil-Bahn fährt in Lüdem ein. Das Bundesamt für Verkehr ortet Verbesserungspotenzial bei den Haltestellen (Bild: Donato Caspari, 24. März 2017)

Die rote Laterne geht in den Thurgau. Das ist dem Bericht Qualitätsmesssystem im regionalen Personenverkehr des Bundesamtes für Verkehr (BAV) zu entnehmen. In der Sparte Haltestellen erzielt der Thurgau 2017 die schlechteste Note im Vergleich aller Kantone. Die Note wird aufgrund von rund 40 Einzelkriterien berechnet. Testkunden bewerten etwa, ob der Lift funktioniert, die Abfallbehälter unversehrt sind oder der Fahrplan mit einem QR-Code versehen ist. Der Thurgau erreicht bei den Haltestellen etwas über 80 von 100 möglichen Punkten. Damit wird der vom Bund definierte Mindeststandard nicht erfüllt. Wo die Defizite im Thurgau genau liegen, darüber macht der Bericht keine Aussagen.

Bewertung stöss auf Unverständnis

Das Notenblatt aus Bern stösst in Frauenfeld auf Unverständnis. Regierungsrat Walter Schönholzer, Vorsteher des Departementes für Inneres und Volkswirtschaft, sagt: «Wir sind sehr überrascht und können das Resultat nicht nachvollziehen.» Die Abteilung öffentlicher Verkehr werde die Ergebnisse analysieren. Dessen Leiter ist Stefan Thalmann. Er schickt voraus: «Die Resultate sind mit Vorsicht zu geniessen.» Das Messsystem ist neu, 2016 wurde es erstmals eingesetzt. Darauf verweist auch das BAV: «Der Aufbau ist noch im Gang», heisst es einleitend im Bericht. Thalmann kennt einen Mosaikstein, der zum schlechten Abschneiden bei den Haltestellen geführt hat: So würden Testkunden Liniennetzpläne mit null Punkten bewerten, wenn diese nicht beim letzten Fahrplan aktualisiert worden sind. «Auch wenn diese noch dem aktuellen Stand entsprechen», sagt Thalmann. In diesem und weiteren Bereichen ortet er Verbesserungspotenzial beim Messsystem.

Ein generelles Problem bei den Haltestellen des öffentlichen Verkehrs zwischen Bodensee und Hörnli sieht Thalmann nicht. «Kundenzufriedenheitsumfragen zeigen ein anderes Bild.» Die neuen BAV-Resultate werden nun analysiert und allfällige Massnahmen mit den Transportunternehmen besprochen.

Schmalspurbahn schneidet schlecht ab

Das Bundesamt für Verkehr schlüsselt die drei Sparten Zug, Bus und Haltestellen nicht nur nach Kantonen, sondern auch nach Transportunternehmen auf. Dabei fällt das schlechte Abschneiden der Frauenfeld-Wil-Bahn (FWB) in den Bereichen Zug sowie Haltestellen auf. Mediensprecherin Sabrina Huber sagt auf Anfrage, dass die Kriterien teilweise extrem detailliert seien und dann stark ins Gewicht fallen. «Auch ist die Bewertungsskala teilweise sehr streng.» Die Ergebnisse werden aber trotzdem vertieft angeschaut. «Unser Qualitätsverantwortlicher hat jederzeit Zugriff auf die Resultate», sagt Huber. Diese würden regelmässige mit den Fachbereichen besprochen und zweimal jährlich mit der Geschäftsleitung.

Die Verantwortlichen der FWB haben für das schlechte Abschneiden ähnliche Erklärungen wie der Kanton. So erhielt die Bahn ebenfalls keine Punkte bei Liniennetzplänen. Obwohl diese noch gültig wären. Schlecht abgeschnitten hätten vor allem die alten Billettautomaten bezüglich Sauberkeit – etwa wegen Kaugummis im Münzschlitz oder Stickers an der Hülle. Eine Lösung ist bereits aufgegleist: «Neue Automaten sind bestellt und werden in den nächsten Wochen geliefert», sagt Sabrina Huber. Das sei sowieso geplant gewesen.

Mit den Bildschirmen gepunktet

Sabrina Huber verweist darauf, dass einige Punkte auch positiven Widerhall fanden. «Die allgemeine Sauberkeit an den Haltestellen wurde gut bewertet.» Auch die Funktionen in den Zügen seien sehr gut bewertet worden– etwa die Türknöpfe oder die Bildschirme.
Die Mediensprecherin der FWB verweist darauf, dass die Methodik beim BAV-Messsystem dazu neige, nur auf die Schwachpunkte zu zeigen. Die Resultate kämen Schnappschüssen gleich. Auch deshalb lässt die Schmalspurbahn in die interne Beurteilung der Qualität andere Messungen einfliessen. Etwa laufend eigenes Kundenfeedback sowie die Kundenzufriedenheitsumfrage des Tarifverbundes Ostwind. Bei der letzten Umfrage im Jahr 2014 hatte die Bahn durchs Murgtal in den Bereichen Fahrkomfort, Freundlichkeit des Personals, Angebot und Zuverlässigkeit «sehr gut» abgeschnitten. «Das hat sicher mit der Beschaffung der neuen Züge zu tun», sagt Sabrina Huber. Diese wurden ab 2013 schrittweise eingeführt. «Sie prägen das Gesamtbild der Bahn.»

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