Bund und Kanton misten im Dschungel der Vorschriften aus

Das Thurgauer Landwirtschaftsamt beteiligt sich am Pilotprojekt «3V» des Bundes, wie dieses am Donnerstag mitteilte.

Drucken
Teilen
Ein Bauer pflügt mit seinem Traktor den Acker

Ein Bauer pflügt mit seinem Traktor den Acker

(Bild: Donato Caspari)

Dieses beabsichtigt, den Vorschriftendschungel in der Landwirtschaft zu reduzieren und Prozesse zu verbessern: Die Behörden schenken den Landwirten Vertrauen, machen weniger Vorschriften und tragen damit zur Vereinfachung bei. Das Pilotprojekt begann 2019 und dauert bis 2022.
Der Bund will mit dem Projekt prüfen, wie der Spielraum im Direktzahlungsbereich zugunsten einer umweltschonenden Produktion verbessert werden kann und gleichzeitig Bürokratiehürden abbauen.

Das Projekt entstand auf Initiative des Verbandes für Thurgauer Landwirtschaft. Experten sind sich laut Mitteilung einig, dass die Direktzahlungsverordnung mit rund 2500 Kontrollpunkten eine enorme Regulierung aufweist und nicht zur erhofften Reduktion der Umweltbelastung geführt hat.

Bund und Kantone wollen Erfahrungen sammeln

Statt Vorschriften und Normen wird im Projekt mit Beratungen, Zielvereinbarungen und Selbstverantwortung der Landwirte gearbeitet. Ökologisch wertvolle Elemente und Verfahren, die heute im Direktzahlungssystem nicht berücksichtigt sind, sollen entdeckt und aufgenommen werden, um den Umweltschutz besser zu fördern. Bund und Kantone wollen Erfahrungen sammeln, wie die Landwirte mit dieser neuen Form von Zusammenarbeit umgehen und wie sich das auf ihre Motivation auswirkt.

Im Thurgau liegt der Fokus auf Biodiversität, Bodenschutz, Acker- und Futterbau. Bislang interessieren sich 20 Betriebe für den neuen Ansatz – auf acht Betrieben wurde der Pilot bereits gestartet.

«Der ganzheitliche Ansatz, bei dem der gesamte Betrieb begangen und Parzelle für Parzelle angeschaut wird, kommt sehr gut an», wird Ueli Bleiker, Leiter des Landwirtschaftsamtes, in der Mitteilung zitiert. «Es finden Diskussionen über ökologische Elemente statt, die in der Direktzahlung nicht aufgeführt oder abgegolten werden.» Die Beratungen werden durch Mitarbeitende des BBZ Arenenberg durchgeführt. Die Kosten für das Projekt belaufen sich für den Kanton auf rund 80000 Franken. (red)